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American Football: Neu in Solingen: Die Paladins Ladies

American Football : Neu in Solingen: Die Paladins Ladies

Nicht nur Männer spielen American Football. Seit den 80er Jahren gibt es auch einen Spielbetrieb für Frauen. Ab Mai sind die Paladins mit dabei.

Holger Pamler hat die Idee, ein Footballteam für Frauen zu gründen, vor zwei Jahren zum ersten Mal an die Solingen Paladins herangetragen. "Damals war es dem Verein leider noch nicht möglich, weil er noch zwei Männermannschaften gemeldet hatte", erläutert der Trainer. "Als sich im Vorfeld der neuen Saison abzeichnete, dass wir nur ein Männerteam haben werden, stand der Entschluss schnell fest, eine Frauentruppe zu gründen." Die Neuigkeit hatte sich innerhalb des Vereins schnell herumgesprochen. Ein wenig Mundpropaganda genügte, schon standen Pamler 17 interessierte Sportlerinnen zur Verfügung. "Größtenteils handelt es sich natürlich um Anfängerinnen. Das ist in der Liga, in der wir spielen werden, aber kein Problem."

In der Aufbauliga NRW geht die Truppe an den Start. Weil die Kader der teilnehmenden Clubs recht klein sind, werden die Partien nicht über das volle Feld mit elf Spielerinnen ausgetragen, sondern auf dem halben Feld mit fünf Footballerinnen pro Mannschaft. "Das sorgt für unterhaltsame, schnelle Spiele", weiß Pamler. Ein paar Regeländerungen sind dabei verschmerzbar. Zum Beispiel gibt es keine Field Goals oder Kick-offs. Der Fokus liegt auf klassischen Football-Spielzügen. Wie bei den Männern stehen jedem Team vier Versuche zur Verfügung, um Raumgewinn zu erzielen. Für einen neuen ersten Versuch muss ein Team das halbe Spielfeld überwinden. "Das heißt also, dass es pro Ballbesitz maximal acht Versuche gibt, bevor der Gegner dran ist oder ein Touchdown erzielt wird", sagt Holger Pamler.

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Was den Körperkontakt betrifft, stehen die Footballerinnen ihren männlichen Pendants in nichts nach. Schonende Regeln, wie etwa beim Eishockey, gibt es nicht. "Und ich kann bestätigen, dass es ganz schön ordentlich zur Sache geht", meint der Coach. "Trotzdem steht in der Variante mit fünf Spielerinnen pro Team weniger die Kraft als die Athletik im Vordergrund."

Gegen vier andere Vereine treten die Paladins ab Mai an fünf Turnierwochenenden an. Der Auftakt findet am 1. Mai bei den Duisburg Dockers statt. Die Solingerinnen richten den letzten Wettkampftag am 13. September aus. Theoretisch winkt der Aufstieg in die Zweite Liga, doch den Paladins geht es zunächst ein Mal darum, Spielpraxis zu sammeln. "Dabei ist die Variante mit weniger Spielerinnen übrigens ganz hervorragend", sagt Pamler. "Die grundsätzlichen Dinge sind viel schneller erlernt."

Komplett sind die Paladins übrigens noch nicht. Interessierte Sportlerinnen aller Altersklassen nimmt Pamler gerne in die Mannschaft auf. "Beim Football ist für jeden eine Position dabei. Auch ganz zierliche Personen haben bei uns ihren Platz." Ab 16 Jahren dürfen Mädchen bei den Frauen mitspielen. Davor gliedern die Paladins die Jüngeren in den gemischten Jugendteams ein. "Nach oben hin gibt es keine Grenze. Unsere älteste Spielerin ist 44 Jahre alt."

(trd)