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Handball: Nachholbedarf beim Umgang mit dem Ball

Handball : Nachholbedarf beim Umgang mit dem Ball

Den wohl größten Unterschied im Vergleich zu allen anderen Konkurrenten beim "Heinrich-Horn-Turnier" in Melsungen hatte Rene Baude schnell ausgemacht: "Die anderen Mannschaften haben viel weniger Fehler im technischen Bereich gemacht. Da waren wir mit Abstand das schwächste Team." Der Coach des HSV Gräfrath verwies auf die Statistik von Pass- und Fangfehlern, hier waren die Drittliga-Handballerinnen ganz weit vorne.

Ein Grund dafür ist die Hallenproblematik. Die übrigen Turnier-Kontrahenten trainieren schon seit einigen Wochen in der Halle, die Solingerinnen konnten bislang so gut wie gar nicht drinnen arbeiten. "Von daher erhoffe ich mir in den kommenden beiden Wochen gerade in diesem Bereich den größten Fortschritt", betont Baude, der aber einige gute Phasen im hessischen Melsungen beobachtete.

Im ersten Gruppenspiel kassierten die HSV-Frauen zwar eine deutliche 13:24-Niederlage gegen den Bundesliga-Vierten VfL Oldenburg, doch war Rene Baude mit dem Auftritt sehr zufrieden. In der Abwehr verteidigten die Gräfratherinnen sehr offensiv, um sich nicht am Gegner zu orientieren. In Halbzeit eins war ein klarer Zwei-Klassen-Unterschied nicht zu erkennen. "In Sachen Tempospiel haben wir allerdings eine Lehrstunde erhalten. Da haben es uns die Oldenburgerinnen vorgemacht, wie es geht."

Überhaupt nicht zufrieden war der Coach mit dem Auftritt gegen den holländischen Erstligisten HV Hellas Den Haag. Nach ausgeglichenem Spielverlauf musste man sich mit 16:20 geschlagen geben. Drei verworfene Siebenmeter sowie viele technische Unzulänglichkeiten verhinderten einen möglichen Erfolg. Gegen den gastgebenden Zweitligisten SG Kirchhof gelang wieder eine Steigerung. Das 14:17 war ein Treffen auf Augenhöhe.

Im Spiel um Platz sieben bekamen es die Gräfratherinnen mit einer gemischten Gastgeber-Mannschaft zu tun. Die mit einigen Bundesliga-Spielerinnen aufgewertete Reserve verlangte dem HSV alles ab. Kurzfristig war Borussia Dortmund abgesprungen, so dass es zu diesem Duell kam, welches mit 26:22 den einzigen Erfolg einbrachte. Einen Grund zur Freude hatten die Gräfratherinnen dennoch, denn Torhüterin Weena Ghosh entschied den Siebenmeter-Kontest zu ihren Gunsten und wurde zur besten Schlussfrau des Turniers gewählt.

"Wir haben richtig viel Arbeit vor uns. Im Tempospiel müssen wir uns steigern, zudem muss jede Spielerin konstanter in ihren Leistungen werden", fordert Baude. Die Gelegenheit dazu gibt es bereits morgen Abend im Heimspiel-Test gegen den Oberligisten Fortuna Düsseldorf.

(RP)