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Leichtathletik: Nach ganz oben gesprintet

Leichtathletik : Nach ganz oben gesprintet

Morgen beginnen in Tallinn die U20-Europameisterschaften. Zum Aufgebot der deutschen Leichtathleten gehört zum ersten Mal Maike Schachtschneider. Die 17-Jährige soll in der 4 x 400 Meter-Staffel starten.

Maike Schachtschneider will voll durchstarten. Die 17-Jährige ist ein absolutes Ass in ihrem Sport und startet nun erstmals für Deutschland. Bei der U 20-Europameisterschaft der Leichtathleten im estnischen Tallinn geht die Solingerin in der deutschen 4 x 400-Meter-Staffel an den Start – und hat sich viel vorgenommen.

"Wir haben eine richtig starke Staffel und wollen schon auf einem der vorderen Plätze landen." Die Solingerin befindet sich in guter Form und hofft, "annähernd an meine Bestleistung laufen zu können." 55,34 Sekunden ist ihr persönlicher Spitzenwert auf der Stadionrunde, aufgestellt vor rund fünf Wochen. Trotz einer langen Verletzungspause und nicht unbedingt idealer Bedingungen holte die Nachwuchsläuferin alles aus sich heraus und sprintete sich nach ganz oben auf den Notizzettel des Bundestrainers Andreas Knauer. Nun führt sie in der B-Jugend die nationale Bestenliste an.

Mit der jungen Solingerin ist zu rechnen. Aber für den Erfolg und ihren Sport tut sie auch alles. Sechsmal in der Woche steht die Schülerin auf dem Trainingsplatz des Rather Waldstadions. Hier beim ART Düsseldorf findet sie perfekte Bedingungen vor und hat ideale Trainingsmöglichkeiten. "Manchmal ist es schon echt hart. Vor allem, wenn man immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wird. Wir haben aber eine tolle Stimmung in der Trainingsgruppe und so macht mir das alles richtig viel Spaß," sagt das Sprinttalent.

Ihre ersten Schritte in der Leichtathletik hat sie als kleines Mädchen beim TSV Aufderhöhe gemacht, danach ging es über den Ohligser TV und den TuS Lintorf nach Düsseldorf. Auch ihre jüngeren Schwestern Annika (15) und Svenja (11) sind der Leidenschaft Leichtathletik verfallen. Die Eltern Dagmar und Thomas haben die drei Mädels dabei immer unterstützt und gefördert, wofür Maike ihnen dankbar ist.

Nun richtet sie ihre volle Konzentration auf die morgen beginnende Europameisterschaft in Tallinn. "Das wird mein erster internationaler Einsatz für Deutschland sein." Maike Schachtschneider kann nicht verheimlichen, dass sie wahnsinnig aufgeregt sei. "Es wird bestimmt ein unbeschreibliches Gefühl sein, das deutsche Trikot zu tragen."

Wenn alles so laufen sollte, wie sie hofft, wird sie bestimmt nicht zum letzten Mal mit dem Bundesadler auf der Brust über die Bahn fliegen. Denn in Zukunft möchte die Kurzstrecklerin noch einiges erreichen: Titel bei Deutschen Meisterschaften sammeln, international für Furore sorgen oder vielleicht sogar einmal bei Olympischen Spielen starten. Dafür ist sie auch bereit, Entbehrungen in Kauf zu nehmen. "Ab und zu verpasst man was. Aber jetzt zählt erst einmal nur der Sport." Mit ihren Freunden könne Maike Schachtschneider auch noch mit 28 Jahren richtig abfeiern.

(ake)