Fußball Müssen, aber nicht können

Jetzt sind sie also doch zurückgetreten. Wer in den vergangenen Tagen die Artikel über den Fußball-Oberligisten Union Solingen in der Morgenpost aufmerksam verfolgt hat, für den kann der Rücktritt von Harald Becker und Eddy Malura nicht überraschend gekommen sein. So war die 1:6-Niederlage beim Bonner SC auch nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Natürlich war die Enttäuschung bei Becker und Malura über die Niederlagen gegen Düren und gestern in Bonn groß. So groß, dass beide Trainer diese als Ohrfeigen von den Spieler empfanden. Doch ausschlaggebend für den Rücktritt war die derzeitige Planungsunsicherheit und der Beginn der Insolvenz, die sich immer stärker auf den sportlichen Bereich auswirkte.

Die Situation für Becker/Malura war vertrackt: Beide hätten allerspätestens im März mit den Planungen für die kommende Saison beginnen müssen – konnten es aber aufgrund der Insolvenz des Vereins nicht. Auch befürchtete Becker, dass ein zukünftiger Etat aufgrund von Schuldenabzahlungen an Gläubigern wieder so niedrig ausfallen würde, dass dieser von ihm und Malura einen weiteren Kraftakt erforderlich gemacht hätte. Solch einen Kraftakt, das hatte Becker in der Vergangenheit bereits mehrfach betont, sei einmal, aber nicht zwei Mal möglich.

Zwar hatte Becker die Option auf eine automatische Vertragsverlängerung gekündigt, doch intern liefen die Planungen für den Trainer weiter. Was Becker auch nach seinem Rücktritt bestätigte, als er anmerkte, dass er mit der Union sogar in die Verbandsliga gegangen wäre. Doch auch die muss eben geplant werden – jetzt.

Dass beide Trainer gemeinsam zurückgetreten sind, ist ebenfalls keine Überraschung. „Für mich war immer klar: Hört Eddy auf, geh’ ich auch“, so Becker. Ein Schulterschluss, den gestern auch Malura mit seinem Partner vollzogen hat.

(RP)