Judo : Mit links erfolgreich

Als 14-Jährige gehört Janina Beune zu den Jüngsten in der Altersklasse U17. Trotzdem mischt die Solinger Judoka auf Turnieren so weit vorne mit, dass auch die Judo-Bundestrainerin auf sie aufmerksam geworden ist.

Bei der Suche nach „ihrer“ Sportart hat Janina Beune nicht den traditionellen Weg eingeschlagen. Die Gymnasiastin ist vor rund acht Jahren nicht ihren Freunden in eine Sporthalle oder den Interessen der Eltern gefolgt. Gerade dem Kinderturnen entwachsen nahm sie das Vereinsheft des Wald-Merscheider TV in die Hand, blätterte darin herum – und sagte: „Das will ich machen“.

So ist Janina Beune zum Judo gekommen. „Früher war ich eigentlich gar nicht so gut“, blickt die heute 14-Jährige auf die Anfänge zurück. Die ersten Erfolge stellten sich erst ein, als sie zwangsläufig den Verein wechseln musste. Die Trainingsgruppe in ihrer Alters- und Gewichtsklasse war so klein geworden, dass diese schließlich aufgelöst wurde. Seitdem zeigt die Leistungskurve der Achtklässlerin steil nach oben. Karsten Labahn führte Janina Beune bei der PSVg Jahn an den Leistungssport heran, bis sie sich vor anderthalb Jahren entschloss, zu Bayer Leverkusen zu wechseln. „Der Trainingspartner wegen“, erklärt die Solingerin. „Dort gibt es so viele gute gute Leute. Mit diesen wird man automatisch besser.“

Im vorigen Jahr stand Janina Beune fast auf jedem Turnier auf dem Podest. Da gehörte sie in der Altersklasse U14 jedoch zu den Ältesten. Mit dem Wechsel in die U17 ist die Schülerin des Gymnasiums Schwertstraße eine der Jüngsten, aber sie ist trotzdem immer noch ganz vorne dabei – wie auch beim Rhein-Ruhr-Pokal in Duisburg, den sie in ihrer Alters- und Gewichtsklasse gewann. Die 47,5 Kilogramm schwere Judoka bezeichnet die neunten Plätze bei der Deutschen U17-Meisterschaft und bei einem Internationalen Einladungsturnier in Berlin als ihre bislang größte Erfolge. Die Entwicklung ist auch der Jugend-Bundestrainerin nicht verborgen geblieben ist. Anfang der Woche flatterte eine Einladung zu einem Förderlehrgang des Deutschen Judo-Bundes in Haus.

Zwei Mal die Woche fährt Janina Beune ins Bundesleistungszentrum nach Köln-Müngersdorf. Und wenn es die Schule zulässt, ist der Rest der Woche mit Training in Leverkusen ausgefüllt. Hausaufgaben werden häufig im Auto gemacht. Neue Freunde hat Janina Beune in der großen Judo-Familie gefunden.

Nervosität hat sich gelegt

Konzentrierter und vor allem selbstbewusster ist Janina Beune geworden. „Früher war ich nervös, habe nur gedacht: Ich darf nicht verlieren.“ Heute weiß sie um ihre Stärken, die sie als eine der wenigen Links-Kämpferinnen auf die Matte bringt. Auf eine Top Fünf-Platzierung bei der Deutschen Meisterschaft im kommenden Jahr arbeitet Janina Beune hin. Mit einem bescheidenden Lächeln fügt sie noch hinzu, dass sie vielleicht irgendwann bei Olympia dabei sein will.

(RP)