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Baseball: Mit dem großen Ziel, alles zu gewinnen

Baseball : Mit dem großen Ziel, alles zu gewinnen

Auf Nick Renaults Schultern liegen unter anderem die Hoffnungen der Solingen Alligators, in diesem Jahr wieder einen großen Baseball-Coup zu schaffen. Der US-Amerikaner passt nicht nur aufgrund seiner Leistungen perfekt ins Team.

Gerade gut zwei Wochen befindet sich Nick Renault in Solingen, und er fühlt sich in seiner Entscheidung bereits bestätigt. "Es ist wirklich einzigartig, wie verbunden sich alle bei den Alligators fühlen", sagt der 33-Jährige. "Um ehrlich zu sein, habe ich so etwas noch nie zuvor in meiner Karriere erlebt."

Renault fühlt sich schon jetzt so, wie sich viele Importspieler in der Vergangenheit bei den Solinger Baseballern gefühlt haben — bestens aufgehoben. Der Hauptgrund, warum der US-Amerikaner zu den Alligators gewechselt ist, liegt allerdings woanders. "Ich wollte unbedingt in einem Verein spielen, der gewinnen will — und zwar jetzt."

Renault weiß, wie es ist, Siege zu spüren. In seiner langjährigen Profikarriere hat der Solinger Neuzugang in einigen mexikanischen und amerikanischen Mannschaften gespielt, die Meisterschaften gewonnen haben. "Das Gefühl in unvergleichbar, mit einer Mannschaft einen Titel zu holen." Für Nick Renault sollen die Alligators kein Sprungbrett auf dem Weg zu höheren Aufgaben sein. Ihm geht es tatsächlich um den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

"Nach der vergangenen Saison hat mich fast jedes Bundesliga-Team angesprochen", erläutert Renault. "Aber nachdem ich mich mit Norman Eberhardt und Guido Götze von den Alligators getroffen hatte, stand für mich die Entscheidung fest. Ich wollte hierhin, auch wenn ich lukrativere Angebote hatte." Renault trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er die Alligators als einen Verein beschreibt, der seit Jahren oben mitspielt, den entscheidenden Schritt aber nicht mehr gehen konnte. "Um so schöner wäre es, als leichter Außenseiter Titelfavoriten wie die Regensburg Legionäre auszuschalten."

Eigentlich wollte der US-Amerikaner seine Karriere bereits vor zwei Jahren beenden. "Ich hatte es auf Facebook bekanntgegeben, woraufhin sich ein Freund meldete und fragte, ob ich nicht nach Deutschland kommen möchte", erläutert Renault. "Ich war es satt, wie viel Politik im amerikanischen Baseball betrieben wird. Da kam mir Europa gerade recht. Und ich hatte die Gelegenheit, den Kontinent zu besichtigen."

Bei den Haar Disciples absolvierte er eine außerordentliche Saison als Werfer des zweiten Spiels, die ihm sogar die Ehrung als bester Pitcher der Bundesliga-Süd einbrachte. Glücklich wurde Renault in dem Münchener Vorort allerdings nicht. "Ich bin nicht nur Pitcher, sondern kann alle Positionen spielen", sagt er. Letztlich überwarf sich Renault mit Disciples-Coach Dirk Fries, was zum vorzeitigen Saisonende für den US-Amerikaner führte. "In Haar ging es weniger um das Gewinnen, als um den Aufbau jüngerer Spieler. Das war vermutlich das Hauptproblem."

Alligators-Coach Norman Eberhardt weiß, dass er mit Nick Renault einen Führungsspieler geholt hat. Und er weiß sicher auch, dass er einen Spieler bekommt, der sich nicht alles sagen lassen wird. Doch charakterlich verkörperte Eberhardt denselben Typ Baseballer. Genau deshalb handelt es sich bei Renault um seinen Wunschspieler. "Er ist besessen davon, zu gewinnen", sagte Eberhardt kürzlich über seinen Neuzugang. Das ist es, was die Solinger brauchen, nachdem sie sechs Mal in Folge im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft ausgeschieden sind.

(trd)