Basketball : Kopfsache

Drei Viertel und etwa vier Minuten hat die BG Solingen gegen TuS Königsdorf fast alles richtig gemacht. Doch in der entscheidenden Phase blieb das Team um Führungsspieler Benjamin Dimsic nicht abgebrüht genug um zu siegen.

Die BG Solingen will ihren ersten Saison-Sieg im zweiten Spiel. Das ist der Truppe deutlich anzumerken. Die Mannschaft kämpft und ackert vorbildlich im Zweitregionalliga-Duell gegen Königsdorf und wird für ihr starkes Defensiv-Verhalten immer wieder belohnt. Mit 56:46 führen die Solinger Basketballer kurz vor dem Ende des dritten Viertels. Die Truppe von Trainer Joachim Wein hat auf allen Positionen ihre Stärken bewiesen – ein Sieg wäre verdient.

Doch plötzlich, so scheint es, sorgt ein Sandkorn im Getriebe für die Wende zu Gunsten des Kölner Vorstadt-Klubs. Weil die Korberfolge vorne ausbleiben und die Verteidigung nicht so effektiv ist wie zuvor, verkürzen die Königsdorfer vor dem Schlussviertel auf 55:56. Anstatt genau da weiterzumachen, wo sich das Team eigentlich während der gesamten Partie befunden hat, verkrampft die Truppe nun völlig.

Zwar schaffen Benjamin Dimsic und Co. noch ein paar Punkte, doch die Lockerheit, um in der Endphase eines knappen Spiels mitzuhalten, fehlt offenbar noch. Ein unnötiger Ballverlust hier, ein Fehlpass dort – und die Gäste sind plötzlich vier Zähler in Front. Als Dimsic’ Verantwortung übernehmen will, probiert es der Führungsspieler zu sehr mit der Brechstange. Drei Fehlpässe und ein Wurf in den Block in solch einer wichtigen Phase sorgen nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch bei Benjamin Dimsic selbst für reichlich Frust.

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Nicht einmal die wichtigen Freiwürfe wollen dem Wein-Team am Ende mehr gelingen. Eine vielversprechende Partie endet so doch noch in einer großen Enttäuschung. Trotzdem: Die BG hat sich nicht schlecht präsentiert – nur eben nicht abgezockt genug.

„Wir können im Angriff anscheinend nicht mehr als 70 Punkte machen. Das ist schade“, meint Joachim Wein, der jedoch mit der Defensive seiner Truppe hoch zufrieden ist. Einen Vorwurf will der Coach Niemandem machen. „Wir haben wirklich alles gegeben. Konditionell haben wir auch nicht nachgelassen. Das Scheitern in der Endphase ist ein reines Kopf-Problem.“

Last kann nicht nur auf Dimsic sein

Am Schluss fehlte dem Aufsteiger offenbar ein Spieler, der das Team führt, kühlen Kopf behält und die entscheidenden Akzente setzt. Benjamin Dimsic kann diese Aufgabe nicht immer übernehmen. „Ich habe ein ganz großes Problem mit meiner Mannschaft“, erklärt der Coach. „Ich habe zwölf Spieler auf der Bank. Alle haben heute teilweise weltmeisterlich gespielt, alle haben aber auch auf Kreisliga-Niveau agiert. Es fehlt die Konstanz.“ Das Potenzial, um in der 2. Regionalliga mitzuhalten, besitzt die BG. „Aber es wird schwer“, weiß Wein.

(RP)