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Handball: Kein Interesse an Abwehrarbeit

Handball : Kein Interesse an Abwehrarbeit

Drittliga-Handballerinnen vom HSV Gräfrath gewinnen mit 43:37

HSV Gräfrath — HSG Sulzbach/Leidersbach 43:37 (20:21). In einer abwechslungsreichen Partie behielten die Handballerinnen des HSV Gräfrath die Oberhand über den Tabellenzehnten HSG Sulzbach/Leidersbach. Der Drittligist fand nach der jüngsten Niederlage beim 1. FC Köln in die Erfolgsspur zurück. "Was wir im Angriff geleistet haben, war schon vorzüglich", sagte Trainer Rene Baude, um jedoch gleich nachzuschieben: "Dafür haben wir eine nicht nachvollziehbare Abwehrvorstellung an den Tag gelegt. Um ein Haar wäre das schief gegangen."

Zu Beginn des Aufeinandertreffens hatten die Gräfratherinnen alles im Griff. Vom 7:3 transportierten die Gastgeberinnen den Vorsprung bis zum 12:8 (15.). Mona Butzen von den Außenpositionen und Kreisläuferin Steffi Bergmann waren an einigen Treffern beteiligt. Doch mit zunehmender Spieldauer erwies sich die HSV-Hintermannschaft als Problemzone. Zu häufig wurde alleine verteidigt, die HSG-Spielerinnen kamen zu ungehinderten Torwürfen. "In diesem Bereich haben wir vieles vermissen lassen." Der Trainer sah hier einen Hauptgrund in der mangelnden Bereitschaft.

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Baudes Personalwechsel brachten nicht den gewünschten Effekt. In der zweiten Halbzeit stellte der Coach auf eine 5:1-Variante und später sogar auf eine Sonderbewachung gegen die HSG-Mittelposition um. "Damit haben wir deren Spiel total lahmgelegt. Letztlich hatten die keine Antworten mehr." Baude veränderte genau richtig, denn nach dem 28:29-Rückstand drehte das Gräfrather Team den Spielverlauf innerhalb weniger Minuten zu einer 35:31-Führung. Der Rest war Formsache, der Vorsprung wurde geschickt über die Zeit gebracht und der sechste Tabellenplatz gefestigt.

Linkshänderin Kim Spiecker wusste einmal mehr zu überzeugen. Sowohl im rechten Rückraum wie auch auf der Außenposition drückte die technisch versierte Spielerin der Partie ihren Stempel auf. Mit elf Treffern war sie die herausragende Kraft. Neben Spiecker verdiente sich Butzen ein Sonderlob. Sieben Tore gingen auf den Deckel der Flügelflitzerin. "Mehr als 40 geworfene Tore sprechen für sich. Wenigstens mit diesem Wert können wir sehr zufrieden sein", erklärte Baude nach dem elften Saisonsieg.

(lhep)