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Fußball: Kampl kündigt Rücktritt an

Fußball : Kampl kündigt Rücktritt an

Denis Kampl wird sein Traineramt beim Fußball-Bezirksligisten VfB Solingen nach dem letzten Meisterschaftsspiel am kommenden Sonntag niederlegen. Gestern setzte der 30-Jährige seine Mannschaft darüber in Kenntnis.

Hintergrund seines Rücktritts sei die Tatsache, dass er die Qualität des Teams als nicht so herausragend betrachte, wie das viele andere beharrlich täten — insbesondere der Vorstand des Vereins.

Mit dem wahrscheinlich verpassten Aufstieg in die Landesliga habe seine Entscheidung nichts zu tun. "Wir wurden speziell in dieser Saison oft als das Bayern München der Bezirksliga dargestellt.

Diese Meinung kann ich schlichtweg nicht teilen", sagt Denis Kampl. Jene Verstärkungen, die er gerne gehabt hätte, habe man nicht realisieren können, erzählt der Noch-Coach und meint damit unter anderem Akteure aus Baumberg, die er einst ins Visier genommen hatte. Zwar seien die vor und während der nun zu Ende gehenden Saison tatsächlich verpflichteten Neuzugänge durchaus namhaft gewesen — "aber man muss sich einmal genau vor Augen führen, wer von denen wirklich regelmäßig spielen konnte".

Diese Aussage möchte Kampl nicht als Vorwurf verstanden wissen, deshalb ergänzt er: "Zum Teil konnten die Spieler ja gar nichts dafür, dass sie ausgefallen sind. Der eine oder andere verletzungsbedingt, aber auch beruflich". Kampl betont, dass er sich vom Verein nicht im Streit trenne. "Es bestehen unterschiedliche Sichtweisen über die Qualität. Das ist doch legitim", sagt er im Hinblick auf seine Meinung und die des Umfelds. Dem ehemaligen Regionalligaspieler fehle auf lange Sicht einfach das Potenzial, um noch mehr zu erreichen, als er mit der Mannschaft in den vergangenen Jahren schon erreicht hat.

Zweitstärkste Solinger Kraft

Kampl erinnert in diesem Zusammenhang beispielsweise an den überraschenden Kreispokalsieg im Finale gegen Union Solingen oder den mehrmaligen Gewinn des Solinger Hallenmasters. Aber auch daran, dass er ständig A-Jugendliche mit Perspektive ins Team eingebaut habe.

"Als ich damals hier als Trainer angefangen habe, stand der VfB nahezu an der Schwelle zur Kreisliga B", sagt Kampl und erinnert an den Aufstieg in die Bezirksliga. "Inzwischen ist der VfB nicht mehr die 13. oder 14. stärkste Kraft in Solingen, sondern die zweiterfolgreichste hinter der Union", so Kampl.

Er wolle sich nicht aus dem Geschäft zurückziehen. "Ich werde sicherlich weiterhin auf Fußballplätzen zu finden sein", sagt Kampl. Einige Gespräche stünden in diesen Tagen an. Ob er als Trainer anheuere, sei noch unklar. "Ich bin ja noch jung. Vielleicht mache ich auch einfach als Spieler weiter.

(RP)