Handball: Ingenpaß spielt nicht mehr für Gräfrath

Handball: Ingenpaß spielt nicht mehr für Gräfrath

Die Kreisläuferin läuft ab sofort nur noch für Handball-Bundesligist TuS Weibern auf. Es gibt aber Irritationen.

Vor dem Spiel bei der HSG Gedern-Nidda müssen die Drittliga-Handballerinnen des HSV Gräfrath einen schweren Rückschlag hinnehmen: Kreisläuferin Annika Ingenpaß wird nicht mehr für Gräfrath auf Torejagd gehen. Das ist ein herber Verlust, denn immerhin war sie mit Spielmacherin Kamila Caluzynska, die derzeit mit einer Knieverletzung ausfällt, eine der Torgaranten des HSV. Die 18-Jährige, die mit einem Doppelspielrecht ausgestattet war, wird ab sofort nur noch für den Bundesligisten TuS Weibern auflaufen. Darauf hätten sich alle Seiten verständigt. So weit, so gut.

Zweifel an dieser These kommen indes auf. Trainer Alexander Müller sagt, Ingenpaß sei "in ihrer Mobilität eingeschränkt. Sie hat kein Auto". Da ist es selbstverständlich schwierig für die in Koblenz wohnende Rechtshänderin, weiter für Gräfrath zu spielen und dort zu trainieren. Wie sie vorher nach Solingen gekommen ist, hat Müller nicht interessiert: "Jemand kommt zur Hallentür - ob mit einem Hubschrauber oder Privatjet ist mir egal." Ingenpaß erklärt, sie habe sonst das Auto ihres Vaters nutzen können. Warum das jetzt nicht mehr geht, vermag sie indes nicht zu beantworten: "Zum Thema Mobilität soll ich auch nichts sagen." Klingt nur bedingt nach einer eigenen Erkenntnis. Gerüchten zufolge soll Sponsor und Geschäftsführer Michael Kölker Ingenpaß ein Auto zur Verfügung gestellt haben, dem widersprechen aber Müller und Kölker entschieden: "Da ist nichts dran." Merkwürdig klingen die Einlassungen der drei Parteien zu diesem Thema aber allemal.

Zumal man sich auch ansonsten nicht ganz auf eine gemeinsame Sprachregelung einigen konnte. "Wir verzichten auf das Zweitspielrecht, weil Annika ihren Weg definitiv in höheren Klassen gehen wird", heißt es bei Müller. Kölker wiederum meint: "Wir hatten aufgrund des Zweitspielrechts Probleme und Ärger mit dem Manager und dem Trainer in Koblenz, weil sie nicht eingehalten haben, was sie zugesagt haben. Annika war in diesem Jahr vielleicht bei drei Trainingseinheiten. Sie fühlt sich unwohl in der Mannschaft, weil sie so selten da sein konnte." Bei Ingenpaß hört sich die Begründung so an: "Ich habe mich mit Solingen geeinigt, dass ich mich auf Koblenz konzentriere, weil wir da ja im Abstiegskampf stecken. Und wegen dem Aufwand, dass es meinem Körper auch nicht so gut tun würde." Einig sind sich immerhin Trainer und Spielerin in einer Sache: "Wir gehen nicht im Streit auseinander", betont Ingenpaß. Und Müller meint: "Es ist sehr, sehr schade und traurig für uns, aber ich freue mich auch für Annika. Sie wird an ihrer Aufgabe wachsen."

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Die sportliche Aufgabe für ihn und das Team morgen ist keine einfache: Die tolle Entwicklung des anstehenden Gräfrather Gegners erfuhr am Wochenende Tabellenführer Mainz-Bretzenheim, der sich zu Hause mit einem 37:37-Unentschieden begnügen musste, wodurch Gedern-Nidda den Klassenerhalt vorzeitig in der Tasche hat. "Die haben sich in den letzten anderthalb Jahren enorm verbessert. Von daher wird das für uns eine ganz unangenehme Aufgabe", sagt Müller. Der deutliche 31:26-Hinspielsieg gegen die Hessen würde jetzt einem absoluten Wunschergebnis gleichkommen. Der Gegner sei extrem heimstark und verfüge über eine sehr spezielle Spielanlage. "Die suchen jede Lücke und spielen enorm köperbetont", meint Müller nach dem Videostudium. Gerade die Achse Rückraum und Kreis gilt es in den Griff zu bekommen.

Weiterhin ausfallen wird neben Caluzynska die ebenfalls am Knie verletzte Lisa Zeppenfeld. "Unser Kader ist ausgeglichen genug besetzt, um diese Ausfälle in den Griff zu bekommen. Wichtig ist, dass wir von der ersten Minute an hellwach sein werden", betont Müller.

Seine Zukunft sowie die von Aushilfstorhüterin und Co-Trainerin Sabine Nassenstein soll ebenfalls am Wochenende endgültig geklärt werden. Beide Seiten haben bereits Interesse signalisiert, die Zusammenarbeit fortzusetzen.

(lhep)
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