Eishockey: In Eishockey-Legende Rudel lodert Feuer

Eishockey: In Eishockey-Legende Rudel lodert Feuer

Der Co-Trainer des EC Bergisch Land will Lehrer auf das Eis kriegen und das Legendenspiel erneut austragen.

Uli Rudel hat Feuer in den Augen, wenn er über seine Pläne mit dem EC Bergisch Land spricht. Schon oft hat der hiesige Eishockeyverein struktuelle Veränderungen angekündigt, wollte neue Wege gehen und mit verschiedenen Aktionen Zuschauer in die Halle locken. Doch letztlich ist alles im Sande verlaufen, und der Klub spielt im Schnitt vor etwas mehr als einhundert Fans in der Regionalliga. Doch jetzt kommt Rudel, eine Eishockey-Legende, ein Urgestein, der 1985 als Trainer des Solinger Schlittschuh-Clubs (SCS) vor regelmäßig ausverkauftem Haus Oberliga-Meister geworden ist, ein Mann, der auch heute noch bei den Legenden-Spielen der Kölner Haie auf dem Eis steht - und jetzt beweist, dass er auch in fortgeschrittenem Alter noch für seinen Lieblingssport mit der schwarzen Hartgummischeibe lebt.

"Es geht hier nicht um mich. Deshalb erwähnen Sie mein Alter auch bitte gar nicht", stellt Uli Rudel klar. Kein Problem, denn der Rentner wirkt noch unglaublich dynamisch und fit. Aber irgendwie geht es doch um ihn, denn ein solches Engagement hat in Solingen schon lange keiner mehr für den etwas in der Versenkung verschwundenen Eishockeysport gezeigt.

Doch der Reihe nach: So lange ist Uli Rudel beim EC Bergisch Land noch nicht mit an Bord. Beim letzten Heimspiel der Saison wurde er gemeinsam mit Jörg Mülstroh als Trainer für die kommende Saison vorgestellt. "Jörg ist der Cheftrainer, ich helfe nur", betont Rudel. Freilich hat die Nachricht für etwas Wirbel in der kleinen hiesigen Eishockey-Szene gesorgt. Die alten Hasen unter den Fans haben ihn natürlich nicht vergessen.

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Doch jetzt beweist der ehemalige Sportdozent, dass es sich bei der Verpflichtung nicht nur um einen Werbe-Gag handelt. "Wir müssen den Eissport an der Basis verbessern", erklärt Rudel. "Dann werden wir am Ende alle davon profitieren." Auf seiner Agenda steht vor allem die Integration von Eislaufen in den Solinger Schulsport. "Mir schwebt vor, dass sich die Lehrerinnen und Lehrer der Grundschulen auf dem Eis ausbilden lassen und dann in der Eishalle ganz normaler Sportunterricht stattfindet."

Um diese Idee zu bewerben, hat Rudel bereits Kontakt aufgenommen mit Sportbund-Chef Hartmut Lemmer und Peter Nolden, der als Berater für die Bezirksregierung im Bereich Schulsport agiert. "Damit öffneten sich die Türen an den Solinger Schulen, wo ich bereits in acht Lehrerzimmern vorstellig geworden bin", erläutert der gebürtige Görlitzer. "Die Resonanz ist durchweg positiv, so dass ich hoffe, dass am Ende 30 Lehrkräfte mitmachen." Freilich muss Rudel noch zahlreiche organisatorische Dinge erledigen, um ein solches Projekt zu realisieren. Aber wenn man ihm zuhört, wird schnell klar, dass er es schaffen kann. Da steckt richtig Herzblut drin. Der Termin für ein Grundschulfest in der Eissporthalle steht bereits fest: Es wird am 22. August sein.

Für besondere Freude bei den alten SCS-Fans dürfte aber Rudels zweites großes Projekt sorgen. So plant der Wahl-Langenfelder eine erneute Austragung des Solinger Legendenspiels. SCS-Spieler Thomas Betz hatte die erste Partie, bei der der 85er-Oberliga-Meister auf eine Allstar-Truppe traf, im Jahr 2000 organisiert. Es kam zu einem Wiedersehen mit den kanadischen Lieblingen Ivan Krook und Garth Bannatyne, was damals zum ersten Mal seit Jahren für eine ausverkaufte Halle sorgte. "Diese Idee kommt auf allen Ebenen gut an. Ich bin gerade dabei, Tommy Betz ins Boot zu holen. Er hat noch alle Unterlagen", sagt Rudel und weiß, dass da noch viel Arbeit in den kommenden Monaten auf ihn zukommt. Doch das Feuer lodert in der Eishockey-Legende.

(trd)
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