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Fußball: „Ich bin schon kribbelig“

Fußball : „Ich bin schon kribbelig“

Nach dem Abstieg der Union aus der Fußball-Oberliga ist Jörg Dresen beim neuen Verbandsligisten wieder ins zweite Glied zurückgetreten. Allerdings wurde der Interimstrainer befördert – ab sofort fungiert Dresen als eine Art Teammanager.

Nach dem Rücktritt von Harald Becker und Eddy Malura als Trainer des Fußball-Oberligisten Union Solingen, wurde Zeugwart Jörg Dresen vom Vereinsvorstand zum Interimstrainer befördert. Den Abstieg konnte aber auch Dresen nicht mehr verhindern. Acht Tage vor dem Trainingsauftakt der Union sprach Michael Tesch mit dem 46-jährigen Solinger mit dem blau-gelben Herz nicht nur über die Vergangenheit.

Herr Dresen, jetzt, mit ein wenig Abstand: Was war das für ein Gefühl, vom Zeugwart zum Trainer einer Oberliga-Mannschaft aufzusteigen?

Dresen Ein richtig geiles Gefühl. Für mich war das eine Riesenerfahrung. Allerdings hatte ich mir die Sache dann doch anders vorgestellt. Wenn ich gewusst hätte, wie alles ablaufen würde, hätte ich mir das nicht angetan.

Was meinen Sie damit konkret?

Dresen Ich habe ja die gesamte Saison über für die Spieler alles getan, war immer für sie da. Trotzdem haben mich einige dann als Trainer richtig hängen lassen – und damit natürlich auch ihre Mannschaftskollegen. Von einigen, die den Verein nach dem Abstieg verlassen haben, war ich deshalb nicht nur sportlich, sondern auch menschlich sehr enttäuscht.

Was wäre denn gewesen, wenn alle voll mitgezogen hätten?

Dresen Wenn wirklich immer elf Unioner auf dem Platz gestanden und alles gegeben hätten, wäre mehr möglich gewesen. Ob es dann am Ende für den Klassenerhalt gereicht hätte, kann ich natürlich nicht sagen.

Das hört sich jetzt danach an, als wenn Sie, sollte noch einmal so ein Angebot kommen, dankend ablehnen werden.

Dresen Nicht direkt, aber ich würde genauer darauf schauen, wie die Situation ist. Aber im Herzen bin ich eben Unioner, ich haben ein blau-gelbes Herz und deshalb würde ich dem Verein immer helfen, wenn der Vorstand fragt.

Also wird es für Sie bei der Union weiter gehen?

Dresen Natürlich. Ich kann nur noch nicht genau sagen, in welcher Funktion. Die neuen Trainer Frank Zilles und Marc Schweiger wollen mich in Zukunft stärker einbinden. So werde ich in der ersten Trainingswoche, in der Frank Zilles noch in Urlaub ist, zusammen mit Marc Schweiger auch das Training leiten. In erster Linie werde ich mich um die Laufeinheiten kümmern. Zeugwart werde ich nicht mehr sein. Ich soll mich in Zukunft verstärkt um die Belange der Spieler kümmern, also voraussichtlich die Funktion eines Teammanagers übernehmen.

Die Namen sind bereits gefallen: Wie sind Ihre ersten Eindrücke des neuen Trainer-Duos?

Dresen Frank Zilles und Marc Schweiger kennen sich ja bereits seit ewigen Zeiten. Beide haben langjährige Erfahrungen als Trainer, auch in der Verbandsliga. Ich denke, die beiden passen gut zusammen, sie werden sich gut ergänzen und hervorragend miteinander harmonieren.

Können Sie Frank Zilles und Marc Schweiger einmal als Typen beschreiben?

Dresen Beide erinnern mich ein wenig an Harald Becker und Eddy Malura. Frank Zilles ist eher der ruhiger Typ, manche sagen ja, er sei ein harter Hund, als eher der Becker. Marc Schweiger ist eher der kumpeligere Typ, wäre also im Duo eher der Malura.

Was sagen Sie zu den Neuzugängen?

Dresen Das sind alles gute Jungs, die alle auch Fußball spielen können. Was daraus als Mannschaft wird, kann ich allerdings noch nicht einschätzen, das wird aber die Vorbereitung schnell zeigen.

Im Internet-Forum der Union wurde eine Umfrage zur kommenden Saison gestartet. Welche Rolle trauen Sie der Mannschaft in der Verbandsliga zu?

Dresen Ich bin sicher, dass wir unter den Top-Fünf mitspielen werden. Wichtig ist natürlich, dass wir gut in die Saison starten werden, also mit einem Sieg zum Auftakt – egal, wie der Gegner heißen wird.

Wie schätzen Sie die Stärke der Verbandsliga grundsätzlich ein?

Dresen Die ist in der kommenden Saison eine ganz starke Gruppe. Viele Vereine haben sich mit namhaften Spielern verstärkt. Aber wir brauchen uns vor keiner Mannschaft zu verstecken. Wir sind die Union und wir werden immer mit dem Zwölften Mann spielen. Auch in fremden Stadien, denn unsere tollen Fans werden uns mit Sicherheit auch wieder auswärts in großer Anzahl unterstützen.

Am 5. Juli ist in Ohligs Trainingsauftakt . . .

Dresen . . . und freu mich schon riesig drauf. Ich bin sogar schon richtig kribbelig.

(RP)