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Volleyball: Hübner hat den Trainerjob für sich entdeckt

Volleyball : Hübner hat den Trainerjob für sich entdeckt

Den Weltklasse-Volleyballer reizt die Aufgabe beim Zweitligisten Solingen Volleys – am bewährten Konzept wird er nicht rütteln. Die Begeisterung für seinen Sport lässt Stefan Hübner spüren, wenn er davon erzählt, was er in seiner langen Volleyball-Karriere erlebt hat und was er sich für die nahe Zukunft vorgenommen hat.

Den Weltklasse-Volleyballer reizt die Aufgabe beim Zweitligisten Solingen Volleys — am bewährten Konzept wird er nicht rütteln. Die Begeisterung für seinen Sport lässt Stefan Hübner spüren, wenn er davon erzählt, was er in seiner langen Volleyball-Karriere erlebt hat und was er sich für die nahe Zukunft vorgenommen hat.

"Ich habe eine wunderschöne Zeit gehabt", sagt der 38-Jährige, der sich im Januar vorigen Jahres schweren Herzens entscheiden musste, seine aktive Laufbahn zu beenden. "Seit der Jugend gehörten bei mir Verletzungen dazu." Selbst kleine Blessuren wie ein Muskelfaserriss entpuppten sich bei dem Weltklasse-Mittelblocker stets als langwierige Angelegenheiten. Trotzdem war Stefan Hübner jedes Mal ehrgeizig genug, wieder aufs Feld zurückzukehren und Höchstleistungen zu bringen — bis er wegen anhaltender Verletzungsprobleme schließlich doch den Schlussstrich zog.

Es war die Zeit, als der Globetrotter mit seiner Frau die Entscheidung traf, sesshaft zu werden. "Vor etwa zehn Jahren hatten wir uns in Köln eine kleine Wohnung gemietet, um zumindest irgendwo unsere Sachen lassen zu können." Angelina Grün, eine der besten deutschen Volleyballerinnen, hatte wie Stefan Hübner zahlreiche Engagements im Ausland angenommen — zuletzt in Moskau und Baku. Nun hat sich das seit rund einem Jahr verheiratete Paar wohnlich vergrößert und den Lebensmittelpunkt komplett in die Domstadt verlegt.

In seiner Funktion als einer der Beach-Trainer von Olympiasieger Julius Brink und seinem neuen Partner Sebastian Fuchs hat Stefan Hübner des Öfteren zu hören bekommen, dass man sich bei den Solingen Volleys nach einem Trainer umschauen würde. "Ich habe zugehört. Zu diesem Zeitpunkt habe ich jedoch nicht darüber nachgedacht, dass ich den Job übernehmen würde, schließlich stand ich voll im Training mit Julius und Sebastian." Zudem hatte er gerade zugesagt, Nationalcoach Vital Heynen bei der Vorbereitung auf die anstehende Europameisterschaft als Co-Trainer kurzfristig einzuspringen. Aufgrund Brinks anhaltender Verletzung reduzierte sich der zeitliche Aufwand, so dass "ich eines Abends zu Hause gesessen und mir gesagt habe: Ich könnte es doch machen". Und dann ging alles ganz schnell.

Stefan Hübner hat nach dem Ende seiner aktiven Karriere gemerkt, dass er großen Spaß an der Arbeit als Trainer hat. "Ich bin Zwilling als Sternzeichen", sagt er und lacht. "Ich kann mich ziemlich schnell auf neue Sachen einlassen." Daher geht der Zwei-Meter-Mann sein erstes Engagement als hauptverantwortlicher Coach selbstbewusst an, ohne aber an den Rahmenbedingungen etwas verändern zu wollen. "Es wäre fatal, wenn ich antreten würde, um etwas Riesiges zu bewegen." Sein erstes Ziel ist es, eine Truppe auf die Beine zu stellen, die wieder mit hoher Motivation trainiert und in der Spitzengruppe der Zweiten Liga mitmischen kann. Mindestens 14 Akteure soll der neue Kader umfassen, die bewährte Mischung von Sand- und Hallen-Spezialisten wird auch weiterhin das Solinger Markenzeichen bleiben. "Ich möchte jedoch gewährleisten, dass bei jeder der beiden Übungseinheiten unter der Woche immer genügend Spieler da sind, um ordentlich trainieren zu können." Wenn der vierfache Volleyballer des Jahres etwas mache, dann mit hohem Einsatz.

In den ersten Wochen vertraut Stefan Hübner dabei auf die Unterstützung von Helmut Weissenbach. "Ich bin froh, dass er da ist. Er kennt die Zweite Liga aus dem Effeff und kann mir mit Rat und Tat zur Seite stehen." Nach drei ersten Trainingseinheiten überlässt Hübner seinem Vorgänger noch einmal vorübergehend das sportliche Zepter, während er ab dem 20. September mit der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Polen und Dänemark unterwegs ist.

(RP)