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Handball: HSV geht fast die Puste aus

Handball : HSV geht fast die Puste aus

Die Drittliga-Handballerinnen vom HSV Gräfrath gewinnen auch ihr drittes Heimspiel in Folge. Allerdings rettet sich die Rumpftruppe mit 25:24 gegen die FSG Sulzbach/Leidersbach gerade eben so zum Erfolg.

Das war schon beeindruckend, was Kim Spiecker drei Minuten vor Ende der Begegnung zeigte. Einen eroberten Ball schnappte sich die Linkshänderin gedankenschnell und warf diesen durch die ganze Halle auf die früh gestartete Franziska List. Unter Bedrängnis kontrollierte die linke Flügelspielerin den Ball und versenkte eiskalt zum 25:22. Es sollte in der Drittliga-Begegnung gegen die FSG Sulzbach/Leidersbach die Entscheidung zugunsten des HSV Gräfrath gewesen sein.

Eigentlich hätte in der verbleibenden Spielzeit nichts mehr anbrennen dürfen. Doch die gerade einmal mit sieben Feldspielerinnen angetretenen Solingerinnen machten es vor knapp 200 Zuschauern in der Klingenhalle noch einmal spannend. Und das vollkommen unnötig. Zwei Ballverluste brachten die tapfer kämpfenden Handballerinnen aus Mainfranken bis auf ein Tor heran. In Überzahl erlaubte sich Kim Spiecker wenige Sekunden vor der Sirene einen weiteren Stockfehler. Die Gäste schalteten blitzschnell um, starteten zum finalen Konter, den Lisa Nettersheim mit allerletzter Kraft gerade noch so verhinderte. Der abschließende Freiwurf aus zehn Metern war eine sichere Beute für die glänzend aufgelegte Sabine Nassenstein zwischen den Pfosten.

"Uns drohte der Sprit auszugehen. Umso erleichterter sind wir über den Sieg", sagte Trainerin Michaela Buchheim, die mit einer Besetzung komplett durchspielte. Ohne die Urlauberinnen Angela Wiebusch und Petra Kamphausen, die gesperrte Leonie Huckenbeck sowie die verletzte Annika Blasberg fehlten die Alternativen.

Spielerisch starke Vorstellung

Über weite Strecken versuchten es die Gäste mit einer Sonderbewachung gegen Lisa Nettersheim. Zwar ging dieser Schachzug bei nur vier Nettersheim-Toren auf, doch Annika Wohlfromm von der linken Rückraumseite bedankte sich mit starken acht Treffern. Zudem sorgte Kim Spiecker ein ums andere Mal auf der Mittelposition für überraschende Momente mit sehenswerten Anspielen an den Kreis oder guten Vorbereitungen für die Außenspielerinnen. Buchheim wusste nach der Begegnung, bei wem sie sich am meisten zu bedanken hatte. Sabine Nassenstein erwies sich als der zuverlässige Rückhalt, auf den sich die Mannschaft auch in schwierigen Phasen verlassen konnte. Die Torfrau zeigte besonders in Halbzeit zwei tolle Paraden aus der Nahwurfzone.

So lagen die Gastgeberinnen immer vorne und waren nach Spielende nur froh, sich über die Ziellinie gerettet und mit zwei weiteren Punkten belohnt zu haben. "Kommende Woche haben wir diesen Engpass zum Glück nicht mehr", betonte die Trainerin.

(lhep)