Fußball : Harte Strafen

Die Jugend-Spruchkammer des Fußball-Kreises Solingen verhandelte die Vorfälle beim Freundschaftsspiel der A-Junioren zwischen dem VfB Solingen und Union Solingen. Zwei Spieler erhielten lange Sperren.

Licht in den Nebel der Vorfälle rund um das Freundschaftsspiel zwischen den A-Junioren des VfB Solingen und von Union Solingen am 25. August versuchte jetzt die Jugendspruchkammer des Fußball-Kreises Solingen zu bringen. Unter Vorsitz von Andreas Scheller wurden nicht nur die beiden Roten Karten für die Spieler Salih Jadallah (VfB) und Daniel Pesch (Union) verhandelt, sondern auch gegen die gastgebenden Baverter – weil der Spielberichtsbogen plus Extrablatt nach der Begegnung verschwunden und nicht mehr aufzufinden war.

Besonders interessant war die Aufarbeitung der Geschehnisse auf Grund der Tatsache, dass sie unmittelbar zur fristlosen Entlassung von Achim Nohlen geführt hatten. Der Union-Trainer hatte Pesch trotz der Roten Karte im folgenden Meisterschaftsspiel gegen Nettetal eingesetzt. Trotz des Sieges bekam Nettetal die Punkte zuerkannt – wegen des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers. Als Begrünung für den Einsatz hatte Nohlen erklärt, er habe die Rote Karte gegen Daniel Pesch nicht mitbekommen gehabt.

Zurück zu den Ereignissen: Nach einem Foul von Jadallah gegen den Unioner Marcel Carnelio waren beide Spieler aneinandergeraten. Schiedsrichter Alexander Busse beobachte, wie Jadallah versucht hatte, Carnelio eine Kopfnuss zu verpassen. Anschließend habe Union-Spieler Daniel Pesch den VfB-Spieler mit beiden Händen am Hals gepackt und weggestoßen, erklärte Busse vor der Spruchkammer. Obwohl Zeugen die Version von Pesch bestätigten, er habe Jadallah mit nur einer Hand am Hals weggestoßen, folgte die Spruchkammer der Version des Unparteiischen.

Wegen vollzogener Tätlichkeit sprachen Andreas Scheller und seine Beisitzer gegen Daniel Pesch eine Sperre von zehn Wochen (bis 3. November) aus, gegen Salih Jadallah eine Sperre von acht Wochen (bis 20. Oktober) wegen versuchter Tätlichkeit. Das Mindeststrafmaß für versuchte Tätlichkeit beträgt vier Wochen, eine Begründung für die weit über dieses Maß hinausgehenden Strafen blieb die Spruchkammer schuldig. Der VfB Solingen erhielt für das nicht ordnungsgemäße Weiterreichen des Spielberichtsbogen und der versuchten Einflussnahme des Schiedsrichters durch einen Betreuer eine Geldstrafe von 250 Euro.

Union-Trainer Achim Nohlen war zwar geladen, hatte sich aber aus beruflichen Gründen entschuldigen lassen. Trotzdem stand der nach den Vorfällen entlassene Coach in der Beweisaufnahme mit im Mittelpunkt, denn es schien Scheller wichtig zu sein, Nohlen nachzuweisen, dass er die Rote Karte sehr wohl mitbekommen und registriert hatte. Zu Beginn der Verhandlung hatte Scheller angekündigt, eventuell auch gegen Nohlen ein Verfahren einzuleiten. Ob dies tatsächlich geschehen wird, bleibt abzuwarten.

VfB kündigt Berufung an

Nach der Urteilsbegründung kündigte VfB-Vertreter Frank Marks an, gegen das Urteil Einspruch einzulegen. Zurückhaltender gab sich Union-Jugendobmann Uwe Zindel, der solch einen Schritt in den kommenden Tagen erst einmal intern besprechen möchte.

(RP)