Handball: Ganz dick im Geschäft

Handball : Ganz dick im Geschäft

Mit einem mühsamen 30:28-Erfolg im Nachholspiel der Handball-Oberliga gegen den LTV Wuppertal hat die SG Solingen BHC den Anschluss an die Tabellenspitze hergestellt.

Jörg Müller tigert die gesamte zweite Halbzeit hinter der Mannschaftsbank entlang. Für einen kurzen Moment hielt er immer inne, wenn er die Seite gewechselt hatte und jeweils auf der anderen Seite angekommen war. Hier stellte der Coach der SG Solingen BHC sein rechtes Bein auf die Bank, der rechte Arm diente als Stütze für seinen Kopf. Und während Jörg Müller in seiner für ihn typischen Beobachtungspose mit ernstem Blick das Geschehen auf dem Spielfeld verfolgte, hielt er die Grüne Karte immer in der Hand, die Handball-Trainer sonst eigentlich so gerne in den Hosenbund stecken.

Am Kampfgericht abgegeben, um eine Auszeit zu nehmen, hat Jörg Müller die Karte allerdings nicht. "Ich war mehrmals kurz davor, aber dann fiel stets ein Tor", gab der Coach nach dem erlösenden Schlusssignal zu. "Für den Notfall, falls es noch mal ganz eng werden würde, hatte ich mir die Karte aufgehoben." In Gefahr geraten ist der 30:28 (15:10)-Sieg gestern Abend im Nachholspiel der Handball-Oberliga gegen den LTV Wuppertal jedoch nicht mehr.

Duo für wichtige Törchen

Einer dieser Momente, das Spiel für 60 Sekunden zu unterbrechen, um auf seine Mannschaft einwirken zu können, war der Wuppertaler Anschlusstreffer zum 24:27 (55.), das dritte LTV-Tor in Serie. Zum zweiten Mal in der zweiten Hälfte versuchten die Gäste mit einer offenen Manndeckung Fehler im keineswegs flüssigen Spielaufbau zu provozieren. Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Schlierkamp oder Muehlenhaupt her. So streuten beide immer dann ein Törchen ein, um den LTV im Bergischen Derby auf Distanz zu halten. Florian Schlierkamps 28:24 und Karsten Muehlenhaupts 29:24 bedeuteten in Kombination mit zwei Glanzparaden in Folge von Keeper Damian Bungart gegen Ivo Maly die Entscheidung in einem mäßigen Bergischen Oberliga-Derby.

Jörg Müller konnte sich die schwache Leistung seiner Truppe auch nicht erklären. "Mit den Auftritten gegen Aldekerk oder zuletzt gegen Hamborn war das überhaupt nicht zu vergleichen." Als Entschuldigung wollte der Coach auch nicht gelten lassen, dass mit Sven Hertzberg (Grippe) eine wichtige Stütze in der Defensive fehlte. "Das müssen die anderen Jungs auch ohne ihn hinbekommen." Fehler machten die Solinger einige, aber noch mehr die Wuppertaler, die sich damit gestern Abend vor knapp 250 Zuschauern in der Klingenhalle ihre Chance nahmen, den Favoriten ein wenig mehr zu ärgern.

Die SG Solingen BHC jedenfalls ist jetzt ganz dick im Geschäft bei der Vergabe des Regionalliga-Aufstiegs.

(RP)
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