Eislaufen: Frühaufsteher in den Ferien

Eislaufen : Frühaufsteher in den Ferien

Katrin Ebbinghaus, Pauline Schnor, Julia Pitschmann und Annika Reetz stehen bereits über die Hälfte ihres Lebens auf zwei schmalen Kufen. Die Vier gehören zum hoffnungsvollen Nachwuchs der Eiskunstlaufabteilung des STB.

Während Gleichaltrige ihre Ferientage mit langem Ausschlafen beginnen konnten, ist Katrin Ebbinghaus sechs Mal wöchentlich um 6.30 Uhr aufgestanden — sogar eine halbe Stunde früher, als wenn sie in die Schule gemusst hätte. Das jedoch macht der zwölfjährigen Gymnasiastin nichts aus. Sie ist gerne früh aufgestanden, um von 8 bis 9.30 Uhr auf dem Eis zu stehen.

Denn Katrin Ebbinghaus gehört ebenso wie Pauline Schnor, Annika Reetz (beide 11) und Julia Pitschmann (10) zum "hoffnungsvollen Nachwuchs" des Solinger Turnerbundes (STB), wie der erste Vorsitzende Philippe Carouge sagt.

Mit einem Kurs fing alles an

Seit ihrem sechsten Lebensjahr steht Katrin Ebbinghaus auf dem Eis. Begonnen hatte sie in einem Kurs. Den technischen Grundlagen folgten erste Drehungen und Sprünge, erst auf zwei, dann auf einem Bein. Mittlerweile trainiert die Zwölfjährige, die zuvor im Ballett und in der Leichtathletik aktiv war und in ihrer Freizeit gerne Einrad fährt, vier Mal in der Woche — nach der Schule und samstags morgens.

Doch die Vorbereitung beginnt für die Eiskunstläufer des STB bereits dann, wenn noch nicht an Eis zu denken ist. "Nach den Osterferien sind wir ein Mal in der Woche Joggen gewesen und haben Konditionstraining gemacht", erklärt die Sechsklässlerin der August-Dicke-Schule, die im Jahr 2005 bei den Freiläufern ihren bislang einzigen Turniersieg verbuchen konnte. In dieser Saison ist sie bei den Figurenläufern bereits auf Rang zwei gelaufen. Doch Katrin Ebbinghaus schaut nicht nur auf die Platzierungen, sie setzt sich andere Ziele: In dieser Saison möchte sie den Doppel-Salchow und den Doppel-Toeloop sicher stehen und die Waage-Pirouette perfekt können.

"Alle vier sind sehr motiviert, engagiert und fleißig. Außerdem haben sie Spaß und sind sehr routiniert, weil alle schon mehrere Jahre dabei sind", sagt Anke Schrick, die zusammen mit Stefanie von der Thüsen, Isabel de Navarre und Sophie Zingler wechselnd das Training leitet. Prognosen, sagt Anke Schrick, könne man nicht abgeben. "Ich hoffe aber, dass die Mädels den STB auf Landesebene positiv vertreten."

Weihnachtszauber als Highlight

Fragt man das Quartett nach dem Highlight des Jahres, kommt eine Antwort zeitgleich aus allen Mündern: der Weihnachtszauber. "Die Kostüme sind so toll und das Einstudieren macht so viel Spaß", findet Pauline Schnor das Beste an der ein Mal jährlich stattfindenden Eiskunstlauf-Gala. "Man ist vorher so aufgeregt", sagt Katrin Ebbinghaus. Außerdem sei es toll, die Rosen nachher vom Eis zu sammeln. Ein bisschen so wie ihre Vorbilder; Olympiasiegerin Katharina Witt und Katharina Schotten aus ihrem eigenen Verein.

(RP)
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