Handball : Frische Trümpfe

Mit einem 33:27-Erfolg gegen den ThSV Eisenach qualifizierte sich der Handball-Zweitligist Bergischer HC gestern für die dritte Runde im DHB-Pokal.

Es hatte sich herumgesprochen, dass Radek Musil vor zehn Tagen gegen den Bergischen HC fünf von sechs Siebenmetern pariert hatte. Mucksmäuschenstill war es dann auch, als die Schiedsrichter gestern Abend nach 15 Minuten und 35 Sekunden auf die Linie zeigten und Joey Duin sich den Ball zur Ausführung schnappte. Und wie in der Meisterschaft hieß der Sieger Radek Musil. Joey Duin konnte über seinen Fehlversuch nur mit dem Kopf schütteln und über sich selbst höhnisch lachen. "Abhaken und weiter geht's", schien der Niederländer sagen zu wollen.

Das machte der Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga gegen den ThSV Eisenach in der Zweitrunden-Partie des DHB-Pokals dann auch. Die Nachlässigkeiten in der Abwehr, durch die Tomas Sklenak, Benjamin Trautvetter oder Pavel Prokopec in der Anfangsviertelstunde zu einfachen Treffern gekommen waren, wurden nach und nach reduziert. Als nach Musils pariertem Strafwurf dessen Gegenüber Mario Huhnstock seine ersten Bälle zu fassen bekam, packte der BHC-Torhüter als Zugabe noch zwei Traumpässe mit dazu. Kenneth Klev beziehungsweise Simon Kluge waren auf der anderen Seite des Spielfeldes die dankbaren Abnehmer, die die erste Zwei-Tore-Führung erzielten (18./12:10). Der Weg war eingeschlagen in Richtung dritte Runde.

Pavel Prokopec' beiden Treffer in Folge zum 16:17 und Radek Musils Glanzparade gegen Sebastian Hinze kurz vor der Halbzeit waren ein letztes Aufbäumen der Eisenacher. "Wir waren irgendwann stehend K.o.", sagte Maik Handschke. Das schwere Spiel vom Samstag bei der HSG Frankfurt Rhein Main noch in den Knochen fehlten dem ThSV-Coach zudem ohne Krisztian Szep Kis und den während des Spiels verletzten Girts Lilienfelds die Alternativen im Rückraum. "Die besser besetzte Bank war entscheidend."

Tatsächlich spielte Raimo Wilde seine kompletten Trümpfe aus. Mit Henning Quade, Jens Reinarz und Tim Henkel sowie Mathias Fuchs (spielte nur im Angriff für Kristoffer Moen) hatte er zu Beginn der zweiten Hälfte vier frische Akteure gebracht. Nach wenigen Eingewöhnungsminuten harmonierte das neue Feldspieler-Sextett in der Abwehr vor dem ebenfalls eingewechselten Jan Stochl so gut, dass ein Tempogegenstoß auf den anderen folgte. Nutznießer war bis zur 40. Minute in erster Linie Tim Henkel, der sein bislang bestes Pflichtspiel für die Löwen absolvierte.

Dritte Runde am 21. Oktober

Nach Henkels viertem Treffer nahm Maik Handschke eine Auszeit, in der er sein Team angewiesen hat, lange Angriffe zu fahren. Mehrfach gerieten die Eisenacher in Gefahr des Zeitspiels, die Löwen aber verteidigten bis zum finalen Abschluss konzentriert. Nach Jan Stochls pariertem Siebenmeter gegen Pavel Prokopec (46.) und Henning Quades folgendem Heber zum 25:20 war der Weg frei in Runde drei, die am 21. Oktober ausgetragen wird.

(RP)