Baseball Florian Götze ließ aufhorchen

Glück im Unglück für die Alligators. Weil Antwerpen das geplante Testspiel gegen die Alligators abgesagt hatte, fuhren die Solinger Baseballer stattdessen zum Zweitligisten Dortmund Wanderers – eigentlich kein besonders aufregender Gegner. Doch dann folgte die Überraschung: Die Partie entwickelte sich zu einem der besten Spiele dieser Vorbereitung.

Glück im Unglück für die Alligators. Weil Antwerpen das geplante Testspiel gegen die Alligators abgesagt hatte, fuhren die Solinger Baseballer stattdessen zum Zweitligisten Dortmund Wanderers — eigentlich kein besonders aufregender Gegner. Doch dann folgte die Überraschung: Die Partie entwickelte sich zu einem der besten Spiele dieser Vorbereitung.

Tags zuvor waren die Klingenstädter wie geplant zum PSV Eindhoven gereist. Der niederländische Zweitligist bestach vor allem durch sein schönes Stadion. "Unser gesamtes Feld hat so viel gekostet wie deren Begrenzungszaun", scherzt Teammanager Peter Krüger. Die Alligators waren begeistert. Auf der modernen Anzeigetafel wurden sogar die Namen der Akteure angezeigt. "Allein, um in einem solchen Stadion zu spielen, hat sich die Fahrt gelohnt."

Mit der Begegnung durften die Solinger ebenfalls zufrieden sein. Enorbel Marquez Ramirez feierte seine Premiere auf dem Wurfhügel in diesem Jahr und legte furios los. Über vier Durchgänge ließ der gebürtige Kubaner keinen Gegenpunkt zu. Am Schlag setzte Dominik Wulf den entscheidenden Akzent. Ein Drei-Punkte-Homerun brachte die Gäste früh auf die Erfolgsspur. Wulf trat in den letzten Durchgängen genau wie Juniorenspieler Bastian Bernards noch als Werfer an. 7:3 endete die Partie.

Vor allem defensiv zeigten die Klingenstädter eine starke Vorstellung. "Offensiv können wir noch eine Schippe drauf legen", ist sich Peter Krüger sicher. Einen Tag später hatte das Team dazu eine gute Gelegenheit. Die angesetzten Testspiele gegen die Hamburg Stealers und die Dortmund Wanderers versprachen nicht gerade Spannung. Bundesliga-Konkurrent Hamburg unterstrich diese Erwartung. André Hughes dominierte den HSV auf dem Wurfhügel. Nach gut 90 Minuten hatten die Hansestädter keine Lust mehr. Sie fuhren nach Hause.

Für die zweite Partie gegen Dortmund hatte Alligators-Coach Zeke Mitchem auf den Schlüsselpositionen die Aufstellung geändert. Die so genannte zweite Garnitur bekam ihre Chance. Auf der anderen Seite boten die Dortmunder ein hervorragendes Team auf. Ex-Bundesliga-Spieler René Herlitzius trat als Werfer an — die Solinger gerieten in Probleme. Sie punkteten nicht. Jens Cornelsen, für Solingen auf dem Mound, hielt zwar erfolgreich dagegen, kassierte im vierten Abschnitt aber das 0:1. Die Alligators standen kurz vor der Niederlage. "Da ging es dann natürlich um die Ehre", meint Krüger. "Wir wollen ja nicht als Deutscher Meister gegen einen Zweitligisten verlieren — auch wenn wir in dem Spiel auf den Positionen viel ausprobiert haben."

Noch ein Aus brauchten die Dortmunder, um die kleine Überraschung zu schaffen. Am Schlag stand der erst 15-jährige Nachwuchsspieler Florian Götze. Im Stil eines Großen sorgte der Infielder für den Treffer und stahl daraufhin die zweite Base. Moritz Buttgereit legte mit einem weiteren Treffer nach, Götze punktete zum Ausgleich. "Das war schon stark von Florian, wie er sich in dieser Phase präsentiert hat", meint Krüger. Das Nachwuchstalent machte also gute Werbung für sich selbst. Im Infield wird er es in dieser Saison sicherlich schwer haben, zu Einsatzzeiten zu kommen. Mit Dominik Wulf, Joey Besl und Ronnie Shore hat er die wohl stärksten Alligatoren vor sich.

Mit Unentschieden begnügt

Die Begegnung ging im Übrigen noch weiter. Zwei Durchgänge später begnügten sich die Dortmunder aber doch mit dem Unentschieden. Herlitzius war müde geworfen — einen besseren Pitcher schienen die Wanderers nicht zu haben.

(RP)