Schach : Favoriten schwächeln

Mit zwei Siegen und einem Unentschieden ist SG Solingen in die Saison gestartet. Damit liegt der Schach-Erstligist auf Platz zwei vor dem Deutschen Meister.

Große Überraschungen brachte der Saisonauftakt in der Schach-Bundesliga mit sich. Bei der Zentralveranstaltung in Mühlheim, wo erstmals alle 16 Vereine drei Spieltage absolvierten, kam es zu einem ungeahnten Favoritensterben: Der SV Mülheim-Nord verlor völlig unerwartet gegen die SF Katernberg, schlug aber tags darauf den haushohen Favoriten OSG Baden-Baden.

Die Sensation folgte am dritten Wettkampftag, als Werder Bremen mit der nominell zweitstärksten Equipe der gesamten Liga gegen die SF Berlin mit fliegenden Fahnen unterging.

Die SG Solingen belegt nach drei Spieltagen hinter dem SV Wattenscheid, der als einziger Verein alle drei Begegnungen gewann, mit 5:1-Punkten den zweiten Tabellenrang. Die Schachgesellschaft musste nach zwei Siegen über Remagen und Eppingen gegen den stark eingeschätzten SV Hockenheim ein ärgerliches 4:4-Remis hinnehmen.

Arbeitssieg gegen Remagen

Der SC Remagen war zur Auftaktpartie zwar ohne seinen Weltklasse-Großmeister Vassily Iwantschuk angetreten, aber immerhin nominell deutlich stärker als sonst in der Vergangenheit. So waren die Rheinländer von der Papierform her fast ebenbürtig mit dem Solinger Oktett.

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Bei dem stundenlangen zähen Ringen brachte erst Großmeister (GM) Alexander Naumann sein Team mit einer Zeitnot-Niederlage in Bedrängnis, zumal er sich ohne Not in Schwierigkeiten gebracht hatte. Dann griff der Widersacher von Predrag Nikolic fehl, was den Ausgleich bescherte. Nach sechs Stunden Spieldauer sicherte Michael Hoffmann, der schon einige Gewinnzüge ausgelassen hatte, den knappen 4.5 : 3.5-Arbeitssieg.

Die Partie gegen den SC Eppingen gehörte neben dem Wettkampf zwischen Baden-Baden und Mülheim zu den Spitzenduellen des Wochenendes. Während der Deutsche Meister gegen die Gastgeber strauchelte und zwei Punkte abgab, konnten die Solinger ihren schweren Widersacher mit 5.5 : 2,5 sogar deutlich in die Schranken weisen. Allerdings war der Mannschaftskampf viel härter verlaufen, als das Endergebnis es aussagt.

Nachdem sich Ragger, Stellwagen, L'Ami, Naumann und Hoffmann größtenteils mit ausgekämpften Unentschieden von ihren Kontrahenten getrennt hatten, sahen die restlichen drei Partien eher günstig für die Solinger Großmeister-Riege aus. Sie mussten jedoch präzise zu Ende gespielt werden, um aus den Vorteilen Kapital zu schlagen. Dies gelang Chanda Sandipan als erstes. Danach sorgte Predrag Nikolic mit seinem zweiten Sieg in Folge für den Gesamtsieg, den Jan Smeets in einem Turmendspiel sauber ausbaute.

Erwin L'Ami rettet Remis

Dass die Partie gegen den Erstliga-Neuling SV Hockenheim nicht leicht sein würde, hatte sich abgezeichnet. Von den beiden Erfolgen beflügelt, wollte der Rekordmeister seine weiße Weste behalten. Der Wettkampf verlief allerdings nicht wie gewünscht, weil die Solinger sich nicht dominant entfalten konnten. Predrag Nikolic wurde im Duell mit dem Aufsteiger zur tragischen Figur. Der bosnische Großmeister erwischte gegen den nominell klar schwächeren Martin Neubauer einen rabenschwarzen Tag. Nikolic geriet schnell in Nachteil und konnte seine Position trotz großer Gegenwehr nicht halten. Lediglich Erwin L'Ami vermochte seine Partie zu gewinnen, was die Punkteteilung einbrachte.

(ay)