Fußball: Erneute Chaostage bei der Union

Fußball : Erneute Chaostage bei der Union

Mit dem Vorsitzenden Andreas Sonius, Martin Stanscheit und Tobias Erdmann sind gestern drei der fünf Vorstandsmitglieder des Fußball-Niederrheinligisten Union Solingen zurückgetreten. Als Grund nannte das Trio unüberbrückbare Differenzen mit der der Jugendabteilung.

Fußball-Niederrheinligist Union Solingen steht seit gestern Vormittag fast ohne Vorstand da. Mit sofortiger Wirkung sind Vorsitzender Andreas Sonius, Martin Stanscheit und Tobias Erdmann zurückgetreten. Nur Torsten Pütz und Jugendobmann Uwe Zindel sind jetzt noch im Amt.

Erst am 2. Februar dieses Jahres war das Quintett von den Mitgliedern als neues Vorstandsteam gewählt worden. Pütz und Zindel erfuhren erst gestern Morgen vom Rücktritt ihrer drei Vorstandskollegen. "Ich war von der Mitteilung wie vor den Kopf gestoßen", erklärt Pütz. Auch Zindel zeigt sich überrascht: "Ich werde jetzt aber nicht den Kopf in den Sand stecken und schauen, dass wir den Verein wieder in die Spur bekommen".

Als Grund nennt das jetzt zurückgetretene Trio in einer gemeinsamen Erklärung "unüberbrückbare Differenzen zwischen dem Hauptvorstand und der Jugendabteilung bei der Überwindung struktureller, organisatorischer und finanzieller Defizite".

Trotz großer bestehender organisatorischer und daraus resultierender finanzieller Untragbarkeiten, so Stanscheit, sei die auf der Basis einer eigener Satzung handelnde Jugendabteilung nicht bereit, zu einem konzeptionellen und strukturellen Neuanfang gewesen.

Zuletzt habe der Beirat des Vereins der Jugendabteilung wegen fehlender Unterlagen und der Jahresabrechnung für 2008 sogar eine Haushaltsperre angedroht. "Seit Monaten haben wir versucht, mit der Jugendabteilung zu Potte zu kommen. Aber all unsere Bemühungen wurden permanent abgeblockt." Laut Stanscheit nach dem Grundtenor: "Ihr habt uns gar nichts zu sagen".

Nach einem Treffen mit Vertretern der Jugendabteilung am Sonntagabend sei für Martin Stanscheit das Fass dann übergelaufen. "Ich kann das nicht mehr verantworten. Wir sind mit einem Konzept angetreten, dass die Kernpunkte unsere Arbeit definiert. Das können wir jetzt nicht ad absurdum führen, weil die einfachsten Dinge im Verein nicht funktionieren." Deshalb sei er zurückgetreten. "Dass Andreas Sonius und Tobias Erdmann gefolgt sind, war nicht abgesprochen. Das war die Entscheidung jedes Einzelnen."

Nicht nur die Schuld bei der Jugendabteilung sieht dagegen Tobias Erdmann: "Wir sind als Team mit einem Konzept angetreten. In den vergangenen drei Monaten habe ich gemerkt, dass wir es nicht schaffen, dieses auch umzusetzen. Also habe ich für mich die Konsequenzen gezogen und bin, nachdem Andreas Sonius und Martin Stanscheit zurückgetreten sind, ebenfalls zurückgetreten."

"Arbeiten nicht gegen den Verein"

André Altmann, Mitglied der Jugendabteilung der Union und derzeit aufgrund einer Erkrankung von Jugendobmann Uwe Zindel auch ihr Sprecher, kann die von Stanscheit genannten Gründe nicht nachvollziehen: "Wir haben zwar eine eigene Satzung, aber wir arbeiten doch nicht gegen den Verein und sperren uns nicht gegen Veränderungen. Wir haben doch alle ein Ziel."

Dass die Jugendabteilung trotz mehrfacher Aufforderung dem Hauptvorstand Unterlagen nicht vorgelegt hat, will Altmann nicht abstreiten. "Natürlich sind wir berichtspflichtig. Aber wenn das nicht geht, weil jemand erkrankt ist, tritt man doch als Vorstand nicht zurück."

(RP)
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