Baseball : Erlebnis Europapokal

Jonathan Eisenhuth hat nach seinem Wechsel an das Sportinternat in Regensburg und zu den dort ansässigen Legionären Fuß gefasst. Der 16-jährige Baseballer steht nicht nur regelmäßig für das Zweitliga-Team auf dem Wurfhügel, sondern wurde jetzt sogar im CEB-Cup eingesetzt.

Jonathan Eisenhuth bringt normalerweise wenig aus der Ruhe. Am ersten Spieltag des Baseball-Europapokals aber flatterten auch dem 16-Jährigen die Nerven, als er unvermutet auf den Wurfhügel beordert wurde. "Ich war ganz schön aufgeregt, weil ich nicht daran geglaubt hatte, in diesem Spiel pitchen zu dürfen."

Ende vorigen Jahres hatte der Solinger die schwere Entscheidung getroffen, seine Heimatstadt und die Alligators zu verlassen, um am Sportinternat in Regensburg und beim dort ansässigen Erst- und Zweitligisten seine Karriere als Pitcher voran zu treiben. "Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel spielen würde." Jonathan Eisenhuth steht nicht nur bei den Junioren auf dem Wurfhügel, sondern auch für die Reserve der Regensburg Legionäre. Weil sich Stammpitcher Philipp Dresel an der Schulter verletzt hatte, hatte der 16-Jährige zuletzt drei Mal in Folge die Ehre, auf dem Mound starten zu dürfen. Dass Eisenhuth Fuß gefasst hat, beweist die aktuelle Statistik der Zweiten Liga Süd, in der er mit seiner Bilanz an neunter Stelle geführt wird. "Bislang habe ich eigentlich nur meine Würfe stabilisiert und die Technik etwas verändert."

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Seit Dezember hat sich Jonathan Eisenhuth das Vertrauen von Martin Helmig und Martin Brunner erarbeitet. Und so hatte das Regensburger Trainer-Duo zum Europapokal-Auftakt gegen den Favoriten Door Neptunus (Niederlande) geplant, den Youngster einzuwechseln, um die Arme der übrigen Werfer für die weiteren Begegnungen zu schonen. "Sie hatten mir einen Einsatz in Aussicht gestellt, für den Fall, dass ein Spiel deutlich ausgehen würde." Als Jonathan Eisenhuth aufgefordert wurde, sich im sechsten Inning bereit zu machen, führte Regensburg jedoch mit 4:3.

Die Verantwortung, die Flutlicht-Atmosphäre, die gegnerischen Baseball-Profis — all das brachte Jonathan Eisenhuth etwas aus der Ruhe. "Ich war froh, dass ich in diesem Moment nicht die Entscheidungen treffen musste, wie ich werfen sollte." Dies nahm ihm Catcher Markus Gienger ab. Während die Spieler in der Zweiten oder auch in der Ersten Liga häufig Schwierigkeiten haben, sich auf Eisenhuths ungewohnt langsamen Würfe einzustellen (113 statt 145 Kilometer pro Stunde), hatten die niederländischen Baseball-Profis den Dreh schnell raus. Sieben Punkte musste der 16-Jährige in den abschließenden drei Innings abgegeben, obwohl er bei der kleinen Zone des italienischen Schiedsrichters zwei Strike-outs produziert hatte und nur wenige Walks abgegeben hatte. Das Auftaktspiel ging schließlich mit 5:10 verloren.

Die Rechnung, die anderen Werfer zum Auftakt zu schonen, ging jedoch auf. Die Legionäre erreichten das Halbfinale des CEB-Cups gegen Barcelona, mussten sich nach der Niederlage aber mit dem Duell um Platz drei begnügen. Gegner und Sieger im Kleinen Finale war erneut Neptunus. Jonathan Eisenhuth verfolgte die Partie (1:8) in aller Ruhe, ohne einzugreifen.

(RP)