Fußball : Enttäuschung pur

Durch die 0:1-Niederlage der Union beim VfB Homberg scheint die Frage der Meisterschaft in der Fußball-Niederrheinliga entschieden zu sein. Durch einen 3:0-Erfolg beim SC West hat der VfB Speldorf vor dem letzten Spieltag mit einem Punkt Vorsprung die Tabellenführung übernommen.

Durch die 0:1-Niederlage beim VfB Homberg scheint Fußball-Niederrheinligist Union Solingen am vorletzten Spieltag der Saison die Meisterschaft verspielt zu haben. Denn der VfB Speldorf, der sich durch seinen 3:0-Erfolg beim SC West in Düsseldorf vorbei an die Tabellenspitze geschoben hat, wird sich die Vorlage am letzten Spieltag kaum noch nehmen lassen. Eine Vorentscheidung ist allerdings nur in Sachen Meisterschaft, nicht aber in der Frage des Aufstiegs gefallen. Denn da weder Union Solingen noch der VfB Speldorf vom Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verband die Lizenz für die NRW-Liga erhalten haben, scheint die Entscheidung über den Aufstieg nun am Grünen Tisch in Duisburg zu fallen.

Ein Punkt Vorsprung haben die Mülheimer vor dem letzten Spieltag in der Tabelle vor der Union. Für Trainer Thomas Brdaric ein Punkt zuviel, um noch Hoffnung zu haben: "Ich hake die Meisterschaft jetzt ab. Jetzt gilt es, dass wir uns am letzten Spieltag gegen TuRa Duisburg vernünftig von unseren Fans verabschieden." Hatte etwa die Nachricht von der Verweigerung der NRW-Liga-Lizenz für die Solinger negative Auswirkungen gehabt? "Dinge von Außen lasse ich für schlechte Leistungen nicht gelten." Thomas Brdaric machte seiner Enttäuschung über die schwache Vorstellung seiner Mannschaft mit deutlichen Worten Luft. "Heute haben nur drei, vier Spieler die Flagge hochgehalten, der Rest war nicht anwesend. Es fehlte die Laufbereitschaft, das Durchsetzungsvermögen und die Präsenz auf dem Platz. Solch eine Leistung kann ich nicht nachvollziehen." Nur drei Spieler nahm Brdaric von seiner Kritik aus: Enrico Kowski, Torhüter Dennis Prostka und Markus Weiss. "Und wenn nur die Älteren in solch einem Spiel überzeugen, sagt das alles."

War der Druck zu groß?

Die Mehrzahl seiner Spieler sei mit dem Druck nicht klar gekommen, sagt der Trainer. "Homberg spielt gegen den Abstieg, wir um den Aufstieg. Das da der Druck groß ist, ist doch klar. Deshalb haben wir viel gesprochen und trainiert. Doch mit dem Anpfiff war das alles wie weggeblasen."

Richtig, denn mit dem ersten Angriff überhaupt hätte Homberg bereits in Führung gehen können. Der Schuss von Tanju Acikgöz klatschte nur an den Pfosten. Da waren noch keine zehn Sekunden gespielt. Während sich die Gastgeber kämpferisch voll reinhängten, versuchten es die Solinger mit spielerischen Mitteln. Doch immer wieder wurden im Mittelfeld Fehler produziert, die die Union-Abwehr ausbügeln musste. Nach einer Ecke kam Homberg durch Simon Edu (29.)zur Führung.

Chancen auf Seiten der Union gab es in 90 Minuten nur zwei. Sascha Meier (65.) scheiterte an Torhüter Marco Glenz, und Markus Weiss (85.) setzte seinen Kopfball mit dem Rücken zum Tor neben den Pfosten. In der Schlussphase machten die Solinger hinten auf, drängten auf den Ausgleich und hatten Glück, dass Prostka bei Homberger Kontern mehrmals prächtig reagierte.

(RP)