Fußball Entscheidung auf Ansage

Trotz großer Personalprobleme bestritt Landesligist VfB Solingen sein Heimspiel gegen den TuS Grevenbroich erfolgreich. Die Treffer beim 2:0-Sieg erzielten Serkan Gürdere und Sebastian Claus.

Die Entscheidung läutete Michael Dörken von der Seitenlinie aus ein. Nachdem Serkan Gürdere 20 Meter vor dem Tor gefoult worden war, forderte der Co-Trainer des VfB Solingen Mittelfeldspieler Sebastian Claus auf, den Freistoß zu nehmen: "Komm Sebi, das ist er". Claus hörte auf Dörken, legte sich den Ball zurecht, lief an und traf unhaltbar ins untere Toreck zum 2:0. Die Entscheidung im umkämpften Landesliga-Spiel der Baverter gegen den TuS Grevenbroich war gefallen. "Taktisch ist Karsten stärker. Aber was die Standards angeht, habe ich mehr drauf", scherzte Dörken in Richtung von Trainer Karsten Ditscheid.

In der ersten Halbzeit hatte es lange alles andere als nach einem Erfolg der Gastgeber ausgesehen. Grevenbroich bestimmte die Partie und deckte immer wieder die Schwachstellen in der VfB-Defensive auf. Zudem erspielten sich die Gäste zahlreiche Möglichkeiten. Der Aufsteiger konnte sich bei Torhüter Manuel Habljak bedanken, dass er nicht in Rückstand geriet. Gleich mehrfach tauchten Grevenbroichs Angreifer frei vor Habljak auf, der mit fantastischen Reaktionen einen Gegentreffer verhinderte. Und wenn Habljak einmal geschlagen war, rettete für ihn ein Mitspieler. In der 25. Minute war es Rossi Tilaro, der, nachdem Habljak gegen Marius Schoenen parierte hatte, den Nachschuss von Tobias Willkomm von der Linie kratzte. Was Ditscheid nach dem Abpfiff auch mit einem Sonderlob für Habljak und Tilaro honorierte.

Erst zum Ende der ersten Halbzeit fand der VfB etwas besser ins Spiel, ohne zu Möglichkeiten zu kommen. "Vielleicht haben wir uns in der ersten Halbzeit zu sehr hinten reindrängen lassen", erklärte Kapitän Christopher Nötza.

Ditscheid reagierte zur Pause. Er brachte für den gestern schwachen Orazio Palazzo Youngster Alberto Scarlino. Eine Maßnahme, die sofort Wirkung zeigte. Fortan fand beim VfB auch die Offensive statt. Nur von Serkan Gürdere war weiterhin wenig zu sehen – bis zur 67. Minute. Da nutzte der Stürmer seine erste Möglichkeit gleich zur Führung. Nach Flanke von Scalino war Gürdere eher als TuS-Keeper Afari Asiedu am Ball.

Niehus für Habljak

Der Führung für den VfB folgte das Aus für Habljak aufgrund einer Zerrung. Für ihn kam Sven Niehus, der allerdings kaum mehr etwas zu tun bekam. Denn nach der Führung kontrollierte der VfB bis zum Schlusspfiff die Partie. Auch, weil die Gäste nichts mehr zuzulegen hatten. Nach dem 2:0 durch Claus war die Begegnung entschieden. "Zu Beginn war die Nervosität bei uns deutlich zu spüren, aber insgesamt hatte ich ein gutes Gefühl", erklärte Daniel Lammich, der wegen einer Bauchmuskelzerrung gestern erneut passen musste.

(RP)