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Handball: Entscheidende Aussetzer in der Schlussphase

Handball : Entscheidende Aussetzer in der Schlussphase

Die Handballerinnen des HSV Gräfrath verlieren das Bergische Derby in der Dritten Liga gegen den TV Beyeröhde mit 25:30. Nach einer 25:23-Führung läuft beim HSV nichts mehr zusammen.

Die Handballerinnen des HSV Gräfrath verlieren das Bergische Derby in der Dritten Liga gegen den TV Beyeröhde mit 25:30. Nach einer 25:23-Führung läuft beim HSV nichts mehr zusammen.

Die einen hatten das, was die anderen gerne gehabt hätten. Gemeint ist damit eine spielintelligente Linkshänderin im Rückraum, die wenig Fehler und dafür viele Tore macht und gleichzeitig noch hervorragend Abwehr spielen kann. Die Rede ist von Beyeröhdes Linkshänderin Carolin Stallmann, die vor dieser Saison vom BVB Dortmund gekommen war. Die erst 22 Jahre alte Rückraumspielerin drückte dem prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell zwischen dem HSV Gräfrath und dem TV Beyeröhde ihren Stempel auf und war nicht nur aufgrund ihrer zehn Tore die herausragende Figur.

Im Vergleich machte sich auf Gräfrather Seite das Fehlen von Linkshänderin Lisa Nettersheim bemerkbar. Egal, wen HSV-Trainer Rene Baude auf diese Position beorderte, es blieb eine nicht zu schließende Baustelle bei den Solinger Drittliga-Handballerinnen. Und dennoch sind die Ursachen für die 25:30 (14:13)-Niederlage in erster Linie woanders zu suchen. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr konsequent nach vorne gespielt. Zu viele Einzelaktionen und schlecht vorbereitete Würfe sind die Gründe für die Niederlage", erklärte ein gefasster Baude.

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Über weite Strecken lagen die Gastgeberinnen vor mehr als 300 Zuschauern in der Klingenhalle vorne. Aus der offensiv ausgerichteten Abwehr konnten einige Ballgewinne zu einfachen Tempogegenstoßtoren verwertet werden. Bis zum 25:23 (50.) transportierte der HSV den Vorsprung recht sicher. Doch in der Schlussphase sollte den Gräfratherinnen so ziemlich alles misslingen, was vorher funktioniert hatte. Leonie Huckenbeck verwarf einen Siebenmeter, Kim Spiecker erlaubte sich einen unnötigen Ballverlust und musste anschließend eine daraus resultierende Zeitstrafe absitzen. Mona Butzen nahm sich zu voreilig einen Wurf in Unterzahl, und Leonie Huckenbeck haute den Ball aus dem Rückraum übers Tor. "Wir haben keine guten Lösungen mehr gefunden." Baude wechselte durch, doch die Alternativen von der Bank stachen nicht. Die Versuche wurden immer plumper und unvorbereiteter.

In dieser Phase zeigte sich, dass das Gräfrather Team noch keine Spitzenmannschaft ist, die Qualitäten dafür aber durchaus besitzt. Die Wuppertalerinnen agierten in den letzten Minuten enorm effektiv. Die Abwehr ließ nichts mehr anbrennen, und im Angriff wurde jeder Ball an der keineswegs schwachen Julia Huppertz vorbei versenkt. "Man hat gesehen, dass unser Gegner seit längerer Zeit so zusammenarbeit. Da sind die Abläufe viel gefestigter als bei uns", erkannte Rene Baude an. "Im Rückspiel in ein paar Monaten werden wir diesen Rückstand sicher aufgeholt haben."

(lhep)