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Fußball: Emotionaler Rücktritt

Fußball : Emotionaler Rücktritt

Gestern legte der Jugendvorstand von Union Solingen auch offiziell die Ämter nieder. Weil keine Nachfolger für das Team um Rüdiger Niederberger gefunden wurden, führt der Hauptvorstand die Geschäfte kommissarisch weiter.

38 Jahre hatte Rüdiger Niederberger die Jugendabteilung von Union Solingen geführt. Gestern Abend hat er nun auch offiziell sein Amt zur Verfügung gestellt, nachdem er schon vor Wochen zusammen mit den drei weiteren Vorstandsmitgliedern zurückgetreten war. „Es ist ein trauriger Anlass, warum wir hier diese Veranstaltung machen. Außerordentliche Mitgliederversammlungen sind bislang immer nur eine Sache des Hauptvorstandes gewesen.“

Nun hat auch die Jugendabteilung das erste Mal diesen Schritt machen müssen, weil Rüdiger Niederberger, seine Stellvertreterin Elisabeth Geueke, Kassierer Andreas Neuhaus und Spielbetriebsleiter Frank Götz-Gürke nach der Präsentation des vom Hauptvorstand erstellten Sportlichen Konzeptes zurückgetreten waren. Der Grund: die in der Satzung verankerten Selbstständigkeit der Jugendabteilung sei nicht mehr gegeben gewesen. Das Führungsquartett hatte mit seinem Rücktritt und der gestern einberufenen Versammlung bezwecken wollen, dass die Mitglieder den Weg für die Zukunft vorgeben sollten.

Wohin er führt, ist jedoch auch nach der 59-minütigen Sitzung nicht sicher. Fest steht lediglich, dass ihn nicht mehr Rüdiger Niederberger und sein altes Team bestreiten wird. „Ihr könnt mich nicht mehr wählen, weil ich mich nicht mehr wählen lasse“, sagte der Ex-Jugendleiter, der unter Tränen die Union als den zweiten Teil seines Lebens bezeichnete. Nach den Querelen der vergangenen Wochen sei er nicht mehr bereit zu kämpfen.

Laut Tagesordnungspunkt eins sollte es eigentlich eine Aussprache über die Selbstständigkeit der Jugendabteilung geben. Wortmeldungen dazu gab es unmittelbar nach Niederbergers emotionaler Rücktrittsrede jedoch nicht. Diese folgten erst, als der alte Vorstand entlastet war und Jugendtrainer Thilo Klose als Versammlungsleiter die undankbare Aufgabe hatte, Kandidaten für Neuwahlen benennen zu lassen. Vorschläge kamen keine aus dem Kreis der rund 70 Jugendlichen und Eltern. „Soll der Vorstand, der alles angerichtet hat, doch die Jugendabteilung übernehmen“, warf Rüdiger Niederberger in das ratlose Gemurmel ein.

Werth darf Stellung nehmen

Letztendlich wurde Christian Werth von der Versammlung gestattet, als Vorsitzender des Hauptvereins zur Situation Stellung zu nehmen. Das Konzept sei in vielen Punkten mit dem Jugendvorstand abgesprochen gewesen. „Und ich stehe auch weiterhin dahinter“, erklärte Werth, der seit gestern auch die Geschäfte der Jugendabteilung (kommissarisch) führen muss – bis ein neuer Vorstand gefunden ist. Weil keine neue Führungscrew gewählt wurde, müsste eigentlich die alte im Amt bleiben. Das Quartett aber erklärte sich dazu nicht bereit.

(RP)