Lokalsport: Eissterne tanzen zurück in die Zukunft

Lokalsport : Eissterne tanzen zurück in die Zukunft

Der Solinger TB verzauberte einmal mehr die Zuschauer. Beim Weihnachtszauber 2016 ging es auf eine Zeitreise.

Facettenreich, bunt, fröhlich, laut, aber durchaus mit leisen Tönen, temporeich und von der ersten bis zur letzten Minute ansteckend rhythmisch: Das sind die Attribute, die dem Publikum wohl spontan einfallen, wenn sie den Weihnachtszauber beschreiben sollen, den die Eislaufabteilung des Solinger Turnerbunds nun schon zum 36. Mal präsentierten. Erneut sorgte eine liebevolle Deko - geschmückter Tannenbaum, ein Schaukelstuhl für die Moderatorin Janine Gérard und eine Eisstern-Bar mit kleinen Stehtischen - für prickelnde Atmosphäre, die die Zuschauer schon beim Hereinströmen zu ihren Sitz- oder Stehplätzen rund um die spiegelglatte Bühnenfläche einatmeten.

Michael Klein moderierte erneut als "Stimme aus dem Off" mit den nötigen Hintergrundinformationen. Die 60 Protagonistinnen nahmen ihr Publikum diesmal in der mit 600 Zuschauern gut gefüllten Eishalle rund zwei Stunden lang mit auf eine musikalische Reise in vergangene Jahrzehnte. Und sie setzten ein Medley der aktuellen Hits aus den Charts obendrauf. Eisstern Jennifer Budek überraschte als stimmstarke "Agneta" mit Live-Gesang zum Abba-Potpourri.

Das neue, fünfköpfige Trainerteam Stephanie von der Thüsen, Katharina Schotten, Anke Meyer, Corinne Beilfuß und Sandy Bacher schickte die neun Eisstern-Gruppen und viele Solo-Läuferinnen in immer wieder neuen Formationen und mit zum Teil atemberaubenden, fantasievollen Choreographien und Kostümen aufs Eis. Alle bekamen tosenden Applaus, der sich im Laufe des Abends immer mehr steigerte: Blumen und kleine Teddybärchen flogen in rauen Mengen von den Zuschauerbänken zu den Schlittschuh-Mädchen. Die "Aufsammlerinnen", die immer wieder blitzschnell durch den Eingangsvorhang düsten, um ihrer Aufgabe nachzukommen, waren kaum schnell genug, um den mitunter buchstäblichen Regen abzugreifen.

"Let's twist again", in rosa Tüllröckchen und kess mitwippenden Pferdeschwänzen, knackige Hotpants, enge Leggings und bauchfreies Glitzertrikot zu "Mambo Number 5" oder Britney-Spears-Takten kamen ebenso gut an, wie die aufgespannten Regenschirme zu Rihannas "Umbrella" sowie die bunten Luftballons zu Nenas 80ger-Jahre Hit, die jeweils Extra-Beifall bekamen. Backstage herrschte eine aufgeregt-kribbelige Atmosphäre: Fertig gestylt und geschminkt gegen die frostigen Temperaturen in der Halle noch mit einer dicken Jacke über den Schultern, warteten die Mädchen auf ihren Einsatz.

Stephanie von der Thüsen gab am "Bühneneingang" letzte Kommandos. "Klar bin ich nervös", sagte Corinna Bertram lächelnd, die als Teil der "Eissterne 8" und als Mutter von Sophie in Doppelfunktion dabei war. "Das gehört einfach dazu." Nach den gelungenen Auftritten gab es jeweils strahlende Augen und herzliche Umarmungen. Dann ging es entweder erneut in die Umkleide-Kabine, um sich für den nächsten Auftritt fertig zu machen, oder mit Jacke und Decke kurz zum Zuschauen. Schon in der Pause hatte die anfängliche Anspannung der Verantwortlichen spürbar zugunsten einer sich immer stärker breitmachenden Freude nachgelassen. "Das Publikum ist heute so super gut drauf - das macht riesigen Spaß", meinte von der Thüsen.

(RP)
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