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Fußball: Eintracht zahlt wie im Hinspiel Lehrgeld

Fußball : Eintracht zahlt wie im Hinspiel Lehrgeld

Eine Halbzeit lang sah es an der Zietenstraße so aus, als ob die Fußballerinnen des SV Eintracht gegen Alemannia Aachen eine Sensation schaffen könnten. Doch dann zeigte der Tabellenführer der Regionalliga seine ganze Klasse.

Trotz einer überragenden ersten Halbzeit mussten die Fußballerinnen des SV Eintracht im Spitzenspiel der Regionalliga als Verlierer vom Platz gehen. "In den ersten 45 Minuten haben wir Alemannia Aachen an die Wand gespielt. Wenn man jedoch so viele Fahrkarten schießt, rächt sich das meist", erklärte Trainer Thomas Eigerdt nach der 1:3-Niederlage gegen den Tabellenführer. Gut ein halbes Dutzend Hundertprozentige hatten sich die Solingerinnen herausgespielt — nur einmal sprang auch etwas Zählbares heraus.

Entweder schlossen die Eintracht-Frauen ihre Möglichkeiten zu überhastet ab. Oder aber sie trafen nur das Aluminium. Schon nach fünf Minuten köpfte Sarah Stroot an die Latte, nach einer Viertelstunde scheiterte Nicole Päpke mit ihrem Schuss ebenfalls am Querbalken. Zuvor hatte Päpke zweimal frei vor dem Tor stehend vergeben (13./14.). Dann aber belohnte sich die Eigerdt-Elf doch: Nach einem Pass von Sina Hübner sorgte Päpke (20.) für die mehr als verdiente Führung.

Vom Tabellenführer war bis dahin nichts zu sehen. Aber dann zeigten die Gäste, warum sie an der Spitze stehen. Wie schon im Hinspiel nutzten sie ihre wenigen Möglichkeiten eiskalt. Wobei der Ausgleich durch die überragende Angreiferin Sabina Bemmelen (39.) allerdings unter die Rubrik "Geschenke durch individuelle Fehler" fiel. "Aachen hat die Klasse, das sofort auszunutzen", gestand Eigerdt ein.

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Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit musste sich der Eintracht-Trainer über solch einen unnötigen Aussetzer ärgern. Einen hoch aufspringenden langen Ball unterschätzte Ramona Krämer — und Bemmelen war auf und davon. Mit trockenem Abschluss sorgte sie für die Aachener Führung (53.).

Der Rückstand war ein Nackenschlag, von dem sich die Gastgeberinnen nicht mehr erholen sollten. "Danach haben wir es nicht mehr geschafft, den Hebel noch einmal umzulegen", erklärte Mittelfeldspielerin Mülkiye Defli. "Heute haben wir wieder Lehrgeld bezahlt. Chancen für einen Sieg waren ja da."

Während bei der Eintracht nach dem Rückstand kaum mehr etwas zusammenlief, drehten die Aachenerinnen auf. Und es war nur Kathrin Schaffrath im Eintracht-Gehäuse zu verdanken, dass die Alemannia nur noch zu einem weiteren Treffer kam. Laura Jendrzejko traf zum 3:1-Endstand (80).

Eigerdt bezeichnete den Sieg der Alemannia als verdient: "Wer so eklatante Fehler begeht, der verliert gegen Aachen". "Die Niederlage sei kein Beinbruch, wir werden einfach daraus lernen und jetzt die Konzentration auf die nächsten Begegnungen legen." Am kommenden Spieltag in Rheine müsse seine Mannschaft punkten. "Sonst besteht die Gefahr, dass wir in der Tabelle weit nach unten abrutschen."

(RP)