Fußball: Eintracht und Sagorski trennen sich

Fußball : Eintracht und Sagorski trennen sich

Der Trainer des Frauenfußball-Regionalligisten sollte mehr Zeit in die Mannschaft investieren - das konnte er nicht.

Michael Sagorski ist nicht mehr Trainer des Frauenfußball-Regionalligisten SV Eintracht Solingen. Auch Co-Trainer Daniel Costa hat seine Arbeit an der Zietenstraße beendet. Die Trennung ist Folge des bislang unbefriedigenden Saisonverlaufes der Eintracht. "Wir haben zu wenig Punkte", betont Vorsitzender Frank Leube. Angesichts der sportlichen Situation war der Vorstand an Sagorski mit dem Wunsch herangetreten, dass dieser mehr Zeit in die Mannschaft investiert. "Das ist Michael Sagorski aber aus beruflichen Gründen nicht möglich", erzählt Leube. "Deshalb sind wir übereingekommen, die Zusammenarbeit zu beenden."

Bis zur Winterpause wird Co-Trainer Bodo Becker die Mannschaft übernehmen. "Wir haben bis dahin nur noch zwei Spiele. Wir werden jetzt also in Ruhe einen neuen Trainer suchen, der in der Winterpause übernehmen und die Mannschaft auf die Rückrunde vorbereiten wird", erzählt der Eintracht-Vorsitzende. Leube verspricht dem Interimscoach die Unterstützung des Vorstandes und des Teammanagers Andreas Dahmenhaus.

Die Statistik scheint dem Eintracht-Vorstand recht zu geben: nach elf Spieltagen steht der Regionalligist mit zehn Punkten auf dem zehnten Tabellenrang. Das Polster auf den ersten Abstiegsrang, den derzeit Heike Rheine einnimmt, beträgt drei Punkte. Vor einem Jahr, also in der Aufstiegssaison, lagen die Solingerinnen nach elf Begegnungen auf Platz drei - mit bereits 22 Zählern auf der Habenseite.

Michael Sagorski bestätigte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung den vom Eintracht-Vorstand offiziell angegebenen Grund für die Trennung: "Ich bin im Außendienst tätig und habe den Aufwand einfach unterschätzt. Wir trainieren dreimal die Woche und sonntags ist ein Spiel. Mehr Zeit kann ich wirklich nicht investieren. Ich kann also nachvollziehen, dass der Verein einen anderen Weg gehen möchte." Der nun Ex-Trainer betont, dass er trotz der vorzeitigen Trennung ohne Groll gehen würde. "Wir hatten es in den vergangenen Wochen nicht einfach. Und hätten wir vier Punkte mehr auf dem Konto, was möglich gewesen wäre, sähe die Situation auch ganz anders aus", sagte Sagorski.

Anwesend bei dem Gespräch mit dem Vorstand, das letztendlich zur Trennung führte, war auch der Mannschaftsrat der Eintracht. "Wir danken Michael Sagorski für seine Arbeit. In jeder Veränderung steckt auch die Chance auf eine positive Wende, und die wollen wir jetzt schaffen", erklärt Mannschaftsführerin Andrea Rohrbach-Kerl. "Jetzt sind wir als Mannschaft gefordert, und wir werden zusammenrücken und wieder zu dem zurückfinden, was die Eintracht immer ausgezeichnet hat. Wir wollen wieder eine Einheit werden."

(RP)
Mehr von RP ONLINE