Eindeutiges Votum

Am 17. Oktober könnte auf einer Beiratssitzung des Fußball-Verbandes Niederrhein eine Entscheidung zur geplanten Kreisreform fallen. Mit großer Mehrheit lehnen die Vereine des Kreises 2 Solingen die Reformvorschläge ab.

Der Fußballverband Niederrhein (FVN) hat für den 17. Oktober zu einer Beiratssitzung nach Duisburg eingeladen. Der einzige Punkt auf der Tagesordnung: die Kreisreform. Zu den Eingeladenen gehört auch Georg Schubert, der Vorsitzende des Fußballkreises 2 Solingen. "Der Beirat ist nach dem Verbandstag das höchste Gremium des Verbandes. Zu diesem gehören das Präsidium, die Ausschussmitglieder und die 14 Kreisvorsitzenden des Niederrheins." Schubert glaubt, dass auf der Beiratssitzung eine endgültige Entscheidung zur geplanten Kreisreform fallen könnte. "Ich gehe davon aus, dass uns ein Vorschlag zur Abstimmung vorgelegt wird".

Der Fußballverband Niederrhein möchte bekanntlich die Anzahl der derzeit 14 Kreise auf acht reduzieren. Die Kreise Solingen, Remscheid und Wuppertal (ohne Niederberg) sollen einen großen Bergischen Kreis bilden – allerdings ohne die Vereine des unteren Solinger Kreises aus Langenfeld und Monheim, die der Kreis Düsseldorf aufnehmen soll.

Schubert wird mit einem klaren Votum der Vereine seines Kreises zur Beiratssitzung fahren. "Das Ergebnis unserer vorgenommen Abstimmung ist eindeutig. 31 der 42 Vereine haben die Kreisreform in ihrer jetzigen Form abgelehnt. Fünf Clubs haben sich dafür ausgesprochen, sechs sich enthalten." Seine und die Bedenken der Vereine hat Schubert seinem Verbands-Präsidenten Walter Hützen bereits Ende Juni schriftlich mitgeteilt.

Schubert ist nicht gegen Reformen: "Wir sind im Prinzip der Meinung, dass die 50 Jahre alten Strukturen auf den Prüfstand gehören." Die entscheidende Frage, die sich für Schubert stellt, sei bislang nicht beantwortet worden: "Es geht um die Frage des Warum. Warum sollen aus 14 Kreisen acht werden ? Warum nicht neun ? Alle Argumente, die man uns bisher genannt hat, halten einer Prüfung nicht stand." Zudem sieht Schubert die Belange der Vereine und Kreise nicht ausreichend berücksichtigt.

Verbandstag 2013

Die Diskussionen um die Kreisreform, das Vor- und Zurückrudern der Lenkungsgruppe, vergleicht Schubert mit einem Gerangel, in dem sichergestellt werden soll, welcher Kreis an Größe gewinnt und verliert. Das habe für ihn mit der ursprünglichen Zielsetzung nichts mehr zu tun. Schubert will deshalb auf der anstehenden Beiratssitzung den Vorschlag unterbreiten, die Reform erst einmal abzusetzen. "Ich werde vorschlagen, dass auf dem Verbandstag 2013 eine Arbeitsgruppe gewählt wird, die für den Verbandstag 2016 entsprechende Vorschläge ausarbeiten soll. Die Kreisreform wird die größte Strukturreform in der Geschichte des Fußballverbandes Niederrheins sein." Diese könne man nicht einfach aus dem Ärmel schütteln. Dass der FVN die Reform gegen die Kreise wird durchsetzen können, glaubt Schubert nicht: "Dafür ist auf einem außerordentlichen Verbandstag eine Satzungsänderung nötig. So, wie die Stimmung zurzeit ist, glaube ich nicht, dass die dafür nötige Dreiviertel-Mehrheit der Delegierten zusammenkommen wird."

Im Übrigen wartet der Fußballkreis Solingen immer noch auf eine Antwort des FVN-Präsidenten auf das Schreiben von Juni. "Bisher haben wir nur eine Eingangsbestätigung erhalten." Schubert wolle jetzt schriftlich eine Antwort anmahnen.

(RP)
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