Handball : Ein ungleiches Duell

In der zweiten Runde des DHB-Pokals bekommen es die Handballerinnen des HSV Gräfrath mit dem Erstliga-Sechsten Frisch Auf Göppingen zu tun. Den Solingerinnen ist zwar eine gute Leistung zu zutrauen, ein Weiterkommen aber wäre im "Spiel des Jahres" eine Sensation.

Michaela Buchheim war in dieser Woche nicht zu beneiden. Immerhin musste die Trainerin des HSV Gräfrath per Videoanalyse Schwachstellen des kommenden Gegners aufdecken.

"Auf unser Niveau bezogen war das so gut wie unmöglich". Am Sonntag bekommen es die Solingerinnen im DHB-Pokal mit dem Erstliga-Sechsten Frisch Auf Göppingen zu tun. So lange es eben geht, wollen sie sich gegen den scheinbar übermächtigen Kontrahenten zur Wehr setzen.

"Mit jeder Minute der Ausgeglichenheit steigt unser Erfolgsfaktor." Laut Michaela Buchheim müsse ihre Mannschaft irgendwie die Anfangsminuten überstehen und sich nicht vom Favoriten überrennen lassen. Das Team aus Schwaben, das vom langjährigen Bundesliga-Spieler Aleksandr Knezevic trainiert wird, hat sich für diese Saison wieder einiges vorgenommen. Nach Platz sieben zum Abschluss der vergangenen Meisterschaftsrunde und dem anschließenden Ausscheiden im Viertelfinale der Playoffs soll der Weg in dieser Saison erneut mindestens in die K.-o.-Runde führen.

Zudem haben sich die Göppingerinnen ein zweites Ziel gesetzt: Im Pokalwettbewerb wollen sie sich unbedingt für die Endrunde qualifizieren. Das mittlerweile auch bei den Frauen traditionelle Final-Four-Turnier findet nämlich in dieser Spielzeit in der heimischen EWS-Arnea statt. "Natürlich ist das ein großer Anreiz, aber im Pokal muss man auch etwas Losglück haben", wird Knezevic in der "Handball-Woche" zitiert. Mit dem Losglück könnte auch der Zweitrunden-Auftritt in der Klingenhalle gemeint sein. Sicher ist, dass die Schwäbinnen nichts dem Zufall überlassen werden und die Hürde konzentriert angehen werden.

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Die Gräfratherinnen müssen sich auf einen gewaltigen Rückraum einstellen. Birute Stellbrink ist noch aus Beyeröhder-Zeiten bekannt. Über den Umweg Blomberg und die Rhein-Main-Bienen kam die 31-Jährige nach Göppingen. In der vergangenen Saison war die litauische Rückraumspielerin mit 109 Toren die mit Abstand beste Werferin. Maike Daniels und Alena Vojtiskova zählen bei Frisch Auf ebenfalls zu den torgefährlicheren Spielerinnen.

"Unsere Abwehr muss von Anfang an sehr aggressiv zur Sache gehen", fordert Buchheim, die um den Einsatz von Kreisläuferin Steffi Bergmann (Schulterprellung) bangt. Julia Schumachers Mitwirken ist wegen einer starken Grippe fraglich, Gesine Paulus wird pünktlich zum Spiel aus dem USA-Urlaub zurückkehren. Michaela Buchheim, die sich eine gute Zuschauerresonanz wünscht, wird in Stephanie Ashauer, Franziska Penz und Claudia Michalik drei Spielerinnen aus der Reserve hochziehen.

Und vielleicht können die Gräfratherinnen ja doch die eine oder andere Schwachstelle des Gegners aufdecken. Schließlich hat der Pokal oft seine eigenen Gesetze.

(lhep)