Sportehrungen: Ein Stern für Velbert

Sportehrungen : Ein Stern für Velbert

Für ihr soziales Engagement wurden der Wald-Merscheider TV und der TSV Aufderhöhe mit einem "Stern des Sports" ausgezeichnet. Auf Landesebene wird die Region Bergisches Land von der SSVg. Velbert vertreten.

Horst Danzeglocke hat in seiner langen Laufbahn als Schwimmer, Wasserballer oder Trainer schon viele Erfolge verzeichnet. "Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf Leistungssport." In dieser Phase hatte die SSVg. Velbert eine Stelle ausgeschrieben, die für ihn wie geschaffen war. Aus der Betreuung von Kindern im offenen Ganztag ist unter Danzeglockes Leitung in sechs Jahren ein großes Projekt gewachsen. "Integration durch Sport" wird mit Behinderten, Lernbehinderten und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelebt. 400 Jungen und Mädchen aller sozialen Schichten nehmen hier teil.

Für Horst Danzeglocke ist die Arbeit ganz normaler Alltag. Daher wäre er nie auf die Idee gekommen, von sich aus für die "Sterne des Sports" zu bewerben. "Ich musste schon angetrieben werden", gibt er zu. Folglich nahm er auch eher zurückhaltend die Einladung zur Siegerehrung des von Volksbank Remscheid-Solingen initiierten Wettbewerbs entgegen, bei dem das soziale Engagement im Sport ausgezeichnet wird. "Was soll ich hier ? Wir werden sowieso nur Dritter."

Auch zwei Solinger Vereine hatten eine Einladung erhalten. Neben der SSVg. Velbert hatten der Wald-Merscheider TV und der TSV Aufderhöhe die meisten Punkte von einer 13-köpfigen Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Sport und Presse erhalten, so dass ihnen schon vor der Siegerehrung eine Geldprämie in Höhe von mindestens 500 Euro sicher war. "Die, die hier sind, sind die Gewinner der Region Bergisches Land", sagt Frithjof Grande, Vorsitzender des Volksbank-Vorstands.

Ähnlich bescheiden wie Horst Danzeglocke stellten Andreas Lukosch und Christine Römer ihre jeweiligen Gesundheits- und Präventionsprojekte vor, mit denen sie sich für die "Sterne des Sports" beworben haben. "Die Arbeit gibt uns viel Kraft", sagt Lukosch, der beim WMTV vor sieben Jahren eine "MS-SBE"-Gruppe (Multiple Sklerose und Sport für Bewegungseingeschränkte) mit fünf Teilnehmern übernommen hatte.

In Kooperation mit einer Selbsthilfegruppe ist diese innerhalb von vier Jahren auf 35 Teilnehmer angewachsen. "Wenn man sieht, was man geben kann, werden die eigenen Probleme ganz klein." Mit Unterstützung versucht Andreas Lukosch, Lebensqualität zu vermitteln. "Die Betreuung, das Gesellige ist mindestens genauso viel wert wie die Übungen an sich. Man holt die Leute von Zuhause raus und lässt sie etwas erleben."

Kontinuierlichen Zuwachs verzeichnet auch die Krebs- und Lungensport-Gruppe des TSV Aufderhöhe, in der Patienten behutsam an Bewegung herangeführt werden, die sonst keinen Zugang zum Sport haben. "Keiner will bei uns auch nur eine Stunde verpassen." Das sei für Christine Römer und ihr Team Motivation genug für das hohe Engagement, das sie trotz der widrigen Umstände leisten. "Wir könnten noch viel mehr machen, wenn nicht unsere Turnhalle an der Gillicher Straße auf Dauer gesperrt wäre."

Knapper Vorsprung

Mit knappem Vorsprung wurde letztendlich Horst Danzeglocke und die SSVg. Velbert mit dem großen "Stern des Sports" in Bronze sowie einem Scheck in Höhe von 1500 Euro in die nächste Runde auf Landesebene geschickt. "Diese Auszeichnung bedeutet mir mehr als die Deutschen Meisterschaften, die ich früher gewonnen habe." Der WMTV für Platz zwei und der TSV Aufderhöhe für Rang drei erhielten Preisgelder in Höhe von 1000 und 500 Euro.

(RP)
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