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Handball: Ein paar Tore zu wenig

Handball : Ein paar Tore zu wenig

In der Regel ist es der Trainer des Siegerteams, der zufrieden ist. Nach dem 38:27-Auswärtserfolg bei der HSG Frankfurt Rhein Main allerdings war Ha De Schmitz wenig angetan vom Auftritt seines Bergischen HC. Trainerkollege Konrad Bansa hingegen hatte wenig zu mäkeln.

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde im Handball-Großraum Frankfurt euphorisch vom Aufstieg in die Erste Liga geträumt. Nur ein Jahr nach dem Zusammenschluss der TSG Münster und der SG Wallau allerdings wurde schon zurückgerudert, vor dieser Spielzeit wäre man im Main-Taunus bereits mit der Qualifikation für die eingleisige Zweite Liga zufrieden gewesen.

In den vergangenen Wochen sind die Ansprüche bei den Hessen noch einmal heruntergeschraubt worden, so dass schon eine 27:38-Niederlage gegen den Bergischen HC als Erfolgserlebnis gewertet wird. "Wir haben 27 Tore erzielt. Das ist für unsere Verhältnisse sehr viel", bilanzierte HSG-Coach Konrad Bansa, der um seine Aufgabe nicht zu beneiden ist. Neben den langzeitverletzten Leistungsträgern Fabian Bohnert, Steffen Weber und Marcus Quilitzsch reihte sich einen Tag vor der Begegnung gegen den Tabellenführer der Zweiten Liga Süd auch noch Andreas Schröder in die lange Liste der Ausfälle bei den Frankfurtern ein.

Sogar zwei Landesliga-Akteure hat Konrad Bansa gegen den BHC aufgestellt. "Wir haben beim Abschlusstraining versucht, uns mit dem Rest einzuspielen. Das ist uns zum Glück auch gelungen." Sein Team habe gegen einen eigentlich übermächtigen Gegner mitgespielt und sei nicht wie vor einer Woche beim HC Erlangen vorgeführt worden. "So kann man etwas aus dem Spiel mitnehmen und lernen."

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Ganz anders als Konrad Bansa klang Ha De Schmitz, der als Trainer des Siegerteams eigentlich hätte zufrieden sein müssen. Das war er allerdings überhaupt nicht, "auch wenn wir auswärts mit elf Toren gewonnen haben". Schmitz war sich bereits vor Spielbeginn sehr sicher gewesen, dass seine Mannschaft die Begegnung gegen die HSG Frankfurt angesichts der deutlichen Rollenverteilung zu locker angehen würde.

In seiner Kabinenansprache hat der Chefcoach darauf hingewiesen, dass sich etwas im Bergischen Land etwas bewege. In zwei Bussen und auf eigene Faust hatten mehr als 130 Fans den Zweitliga-Primus nach Kriftel begleitet und für Heimspiel-Atmosphäre in der spärlich gefüllten Kreissporthalle gesorgt. "Allein deswegen hatten wir die Pflicht, uns entsprechend zu präsentieren."

Nur phasenweise genügten die Bergischen den Ansprüchen. Die Gelegenheit, nicht nur nach Punkten, sondern auch nach Toren besser als der TV Hüttenberg zu sein, wurde nicht genutzt. Nach dem gestrigen 27:24-Erfolg bei der TSG Groß-Bieberau verfügen die Mittelhessen (+ 123) im Vergleich zum BHC (+ 108) über die deutlich bessere Tordifferenz, die bei Punktgleichheit entscheidet.

(RP)