Fußball : Ein historischer Tag?

Der Grundstein zur Nachfolge von Union Solingen ist gelegt. Mit Wolfgang Winkler als Vorsitzendem sowie Torsten Pütz und Hans-Georg Melcher dahinter hat sich der Ohligser FC (OFC) Solingen gegründet.

Peter Deutzmann hält eine flammende Rede. Der ehemalige Union-Funktionär erklärt den rund 40 anwesenden potenziellen Mitgliedern des neuen Ohligser FC (OFC) Solingen, die Motive für die Neugründung des Vereins. "Wir machen dies vor allem für die Jugendabteilung der Union. Es gilt, den Verein zu neuem Leben zu erwecken — unter dem Namen OFC Solingen."

Die Bildung einer Ersten Mannschaft sei natürlich obligatorisch. "Wir müssen ja auch eine Perspektive bieten. Die besseren A-Junioren werden von anderen Vereinen umworben. Ohne eine gute Erste Mannschaft sind sie dann weg — da müssen wir uns nichts vormachen."

Noch ist das alles Zukunftsmusik. Ob der 7. Dezember 2010 ein historischer Tag sein wird, werden die kommenden Jahre beweisen. Die Basis für einen neuen, erfolgreichen und vor allem schuldenfreien Verein schafften die Anwesenden aber wenig Minuten später. Mit jeweils drei Enthaltungen wurden Wolfgang Winkler, Torsten Pütz und Hans-Georg Melcher in den Vorstand des OFC Solingen berufen. Fast alle traten dem neuen Verein bei.

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Wie es nun weiter geht, werden die kommenden Tage zeigen. Mit der Jugendabteilung von Union Solingen soll ein Konsenz gefunden werden, um diese in den neuen OFC zu integrieren. Beim Aufbau der Ersten Mannschaft sollen die Ex-Unioner Mentor Dzemaili und Hafiz Balija die Fäden ziehen. "Beiden haben ihre Bereitschaft schon signalisiert, so dass wir zuversichtlich sind", meint Torsten Pütz. Peter Deutzmann wird kein offizielles Amt bekleiden. "Aber ich stehe dem Vorstand in beratender Funktion zur Verfügung."

Auf die drei Verantwortlichen kommt viel Arbeit zu. Wolfgang Winkler vermittelte bereits überzeugend den Eindruck, dass er der Herausforderung gewachsen ist. Als Geschäftsführer des Trägervereins für die Düsseldorfer Waldorfschule weiß Winkler, wie es in einem Verein auch auf geschäftlicher Ebene zugeht. "Mein oberstes Ziel ist es, den Verein solide, einheitlich und vor allem transparent zu führen." Mit seinen beiden Kollegen im Vorstand sei Winkler auf einer Wellenlänge, so dass sie zu dritt an einem Strang ziehen können.

Name Union noch eine Belastung

Rechtsanwalt Dirk Schüttrumpf, der die Satzung entworfen hatte und die erste Versammlung leitete, betonte, was für eine große Chance die Nachfolge der Union bietet: "Überall, wo Menschen wieder etwas bei Traditionsvereinen anpacken, haben sie etwas bewegt. Das wird auch hier so sein." Den Namen "Union" wollen die Verantwortlichen aber zunächst nicht weiterführen.

"Zum einen müssen wir ihn uns verdienen", erläutert Peter Deutzmann. "Zum anderen ist er gerade für uns am Anfang eine Belastung." So sei die Union nach außen auch mit negativen Assoziationen belegt. "Aber irgendwann soll der Zusatz 'Union' wieder hinein." Das stehe außer Frage.

(RP)