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Handball: Ein geduldiger Prozess

Handball : Ein geduldiger Prozess

Bereits heute reist Handball-Zweitligist Bergischer HC nach Franken, um bestens vorbereitet zu sein auf den schweren Gang beim angeschlagenen HSC Coburg. Das vor der Saison als Titelaspirant gehandelte Team von Georgi Sviridenko ist mit drei Niederlagen in die Saison gestartet.

Erfolg ist nicht zu kaufen. Diese frustrierende Erkenntnis muss man beim HSC Coburg machen. Mit dem höchsten Etat der Vereinsgeschichte und dem Ziel, Platz eins bis fünf anzustreben, in die Saison gegangen, stehen die Franken nach drei Niederlagen in Serie mit leeren Händen da. Zuletzt kassierte das Team von Trainer Georgi Sviridenko bei der TSG Groß-Bieberau bei seiner leidenschaftslosen Vorstellung eine 24:33-Niederlage. Der neue Coach, der in der vorigen Saison noch die HSG Düsseldorf in die Erste Liga geführt hatte, hat es noch nicht geschafft, den Umbruch mit den namhaften Neuzugängen Dominic Klein, Johan Andersson (Wilhelmshaven), Christian Caillat (Berlin) und Vaclav Vrany (Prag) erfolgreich zu vollziehen.

Von einem Spitzenspiel zweier Aspiranten auf den Titel der 2. Handball-Bundesliga Süd kann unter diesen Voraussetzungen keine Rede sein. Raimo Wilde drückt es so aus: "In Coburg brennt der Baum, bei uns nicht". Der Coach des Bergischen HC versucht allerdings, dass sich seine Mannschaft von der Situation in Franken nicht beeinflussen lässt. "Wir wollen unser Spiel aufziehen und so auftreten, wie wir es auch in eigener Halle tun würden." Wilde geht davon aus, dass die Coburger nervös werden, "wenn wir entweder lange den Anschluss halten oder schnell in Führung gehen werden".

Dass seine Mannschaft trotz der Englischen Woche fit genug sein sollte, drei Spiele innerhalb von sieben Tagen erfolgreich über die Bühne zu bringen, dafür hat Raimo Wilde am Dienstag mit seiner Personalpolitik selbst gesorgt. In der zweiten Halbzeit der Zweitrunden-Begegnung im DHB-Pokal gegen den ThSV Eisenach hatte er fast seine gesamte Sieben ausgetauscht. "Das hatte jedoch weniger damit zu tun, dass ich irgend jemand für die Meisterschaft schonen wollte. Ich hätte auch so weiter gespielt, wenn es notwendig gewesen wäre."

Wie sehr sich Raimo Wilde derzeit auf jeden seiner 14 Akteure verlassen kann, zeigte beispielsweise Tim Henkel. Der Neuzugang aus Dormagen hatte bislang Anlaufschwierigkeiten, brillierte gegen Eisenach mit vier richtungsweisenden Tempogegenstoß-Treffern. Um ihn hatte sich der Löwen-Trainer wenig Sorgen gemacht, da er nach einem intensiven Gespräch mit dem Rechtsaußen den Eindruck gewonnen hatte, dass er sich jetzt eingelebt habe. "Ich wusste daher, dass er irgendwann kommt." Wie Henkel zeigte auch Kristoffer Moen seine bislang beste Leistung vor heimischen Publikum. In der Abwehr und als Passgeber war der Spielmacher schon vorher präsent, schaltete er sich jetzt auch in entscheidenden Momenten als Torschütze ein. Erfolg ist ein geduldiger Prozess.

(RP)