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Tennis: Ein David gegen viele Goliaths

Tennis : Ein David gegen viele Goliaths

Der Solinger TC steht nach seinem Aufstieg vor einer schweren Saison, in dem es nur ein Ziel gibt: sich im Kreis der Weltklasse-Spieler so gut wie möglich zu verkaufen. Im Düsseldorfer Rochusclub beginnt am Freitag das Abenteuer, in dem der Klassenerhalt eine Sensation bedeuten würde.

Die Rolle des Außenseiters kennt der Solinger TC zu genüge. Vor fast jeder Saison war das in den vergangenen Jahren so, weil das junge Team nie die Tennisprofis in ihren Reihen hatten, die in der Weltrangliste unter den Top 100 zu finden waren. So war das vor drei Jahren, als der Oberhausener THC mit all seinen Stars in der Niederrheinliga der erste Anwärter auf den Titel gewesen war, aber von den Solingern abgefangen wurde. So war das vor zwei Jahren, als der Klub aus Widdert nach seinem Aufstieg in die Zweite Liga trotz der schweren Verletzung vom Daviscup-Spieler Michael Kohlmann frühzeitig den Klassenerhalt sicher stellte. So war das im vergangenen Jahr, als die Solinger ohne Niederlage zum Meistertitel marschiert sind – obwohl die anderen Zweitliga-Teams so gut besetzt waren wie selten zuvor.

Das Erfolgsrezept hat seit jeher die gleiche Mischung: Teamgeist und Einsatzwillen. Ob die beiden Zutaten im Duell David gegen die vielen Goliaths allerdings ausreichen werden, um in der Tennis-Bundesliga mehr als 200 Weltranglisten-Plätze auszugleichen, bleibt zu bezweifeln. So ist der Solinger TC in diesem Jahr einmal mehr der Außenseiter der Liga. „Die Situation ist mit der von vor zwei Jahren zu vergleichen“, sagt Karsten Saniter. „Damals waren wir ebenfalls ohne große Erwartungen in die Saison gegangen und haben gut abgeschnitten, weil wir uns nicht unter Druck gesetzt haben.“ Nur da hatte es noch zwei Mannschaften (Dormagen, Schenefeld) gegeben, die in einer ähnlichen Situation waren wie die Widderter vor dem Erstliga-Start am kommenden Wochenende: Den Klassenerhalt zu schaffen, wäre eine Sensation.

Kretschmer die neue Nummer Eins

Dort, wo die Weltranglisten-Positionen in den Kaderlisten der Mehrzahl der neun anderen Bundesligisten aufhören, beginnen die der Solinger. Aufgrund seiner guten Turnier-Ergebnisse in den vorigen Monaten hat Gero Kretschmer (ATP 420) seinen Teamkollegen Lars Uebel als Nummer Eins abgelöst, obwohl dieser aktuell um 37 Positionen besser platziert ist. Nur wenn es der 26-Jährige noch unter die Top 300 geschafft hätte, wäre die Meldeliste vom April in der vorigen Woche korrigiert worden.

So könnte es Gero Kretschmer am Freitagnachmittag im Düsseldorfer Rochusclub mit dem Argentinier Juan Monaco (ATP 32) zu tun bekommen. „Es ist völlig egal, wer das Spitzeneinzel bestreitet und mit welchem Kader der jeweilige Gegner kommt“, sagt Karsten Saniter. Jeder treffe auf einen Weltklasse-Akteur, gegen den er eigentlich nie bei einem Challenger- oder Future-Turnier spielen würde.

(RP)