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Sportpolitik: „Egal“ bis „ problematisch“

Sportpolitik : „Egal“ bis „ problematisch“

Unterschiedlicher kann eine erste Bilanz zur Hallennutzungsgebühr kaum ausfallen: Die einen klagen über Mitgliederschwund, der andere stößt an Grenzen, und kann keine Neuzugänge mehr aufnehmen.

"Alle Abteilungen — mit Ausnahme Tennis — sind weniger geworden", sagt Ruth Hein. "Vor allem der Kinderbereich mit Judo und Turnen." Dafür verantwortlich macht die Vorsitzende der TSG Solingen (circa 1200 Mitglieder) unter anderem den Mitgliedsbeitrag, der aufgrund der Hallennutzungsgebühr erhöht werden musste. "Es wird aber finanziell immer schwieriger — vor allem wenn man keine eigene Sporthalle hat", sagt Ruth Hein.

Diese These kann Klaus Dültgen vom Merscheider TV (ca. 1000 Mitglieder) unterstützen. "Gut, dass die anderen nun mal merken, was eine eigene Halle kostet", sagt der Vorsitzende, dessen Verein eine eigene Sporthalle und einen Sportplatz mit vier Tennisplätzen sein Eigen nennen darf. So sei ihm die Hallennutzungsgebühr "ziemlich egal, da wir städtische Hallen kaum nutzen." Die Beiträge konnten seit Erhebung der Gebühren konstant gehalten werden.

Im Gegensatz zum Ohligser TV (ca. 3000 Mitglieder), der ebenfalls eine eigene Sporthalle vorweisen kann. "Zu Jahresbeginn haben wir die Beiträge erhöhen müssen", sagt die 2. Vorsitzende Beate Globisch. Bislang war die Hallennutzungsgebühr aus Rücklagen, die ursprünglich für die Erweiterung der vereinseigenen Sporthalle gedacht waren, bezahlt worden. Dieses Projekt ist nun auf Eis gelegt. Neben dem befürchteten Rückgang der Mitglieder ergibt sich ein weiteres Problem: "Das Ganze ist ein großer Verwaltungsaufwand", sagt Beate Globisch. "Denn die Gebühren müssen auf jede Abteilung umgerechnet werden."

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Auch beim TSV Aufderhöhe (circa 2300 Mitglieder) sind die Beiträge erhöht worden. "Bei uns ist aber nichts festzustellen", sagt die Vorsitzende Erika Rothstein. "Denn die wenigen Austritte werden durch die vielen Neuzugänge mehr als kompensiert." Im Fußball- und Handballbereich stößt der TSV sogar an seine Grenzen und hat Wartelisten einrichten müssen.

Seit die Gebühren für die Hallennutzung an die Mitglieder weiter gegeben werden, muss der BSC/DJK Solingen (circa 130 Mitglieder) einen Rückgang von zehn Prozent verschmerzen. "Viele, die nicht mehr so oft spielen, melden sich ab", sagt Oliver Binus. Als besonders problematisch sieht der erste Vorsitzende des Badminton-Vereins zwei Aspekte: "Wir sind an eine Sportart gebunden — das ist schwierig. Außerdem leisten wir Jugendarbeit, und das ist teuer."

Einsicht der STB-Mitglieder

"Es gefällt keinem, aber es gibt auch keine andere Möglichkeit", sagt Stefan Mittelsten-Scheid, Geschäftsführer des Solinger Turnerbundes (circa 1500 Mitglieder). So hätten die Mitglieder zwar ein bisschen gemeckert, es aber dann doch eingesehen. So kann Mittelsten-Scheid den Hallennutzungsgebühren sogar noch etwas Positives abgewinnen: "In Zukunft werden keine Hallenzeiten mehr geblockt."

(RP)