Fußball Dresen macht es

Nach den Rücktritten von Harald Becker und Eddy Malura präsentierte der Vorstand des Fußball-Oberligisten Union gestern eine Interimslösung: Betreuer Jörg Dresen steigt für die kommenden vier Wochen zum Trainer auf.

 Jörg Dresen.

Jörg Dresen.

Foto: Union Solingen

Jörg Dresen ist neuer Trainer des Fußball-Oberligisten Union Solingen. "Wir wollten eine interne Lösung, um uns in Ruhe nach einem neuen Trainer umschauen zu können. Nach einem Trainer, der auch im Fall eines Abstiegs für uns arbeiten wird", erklärte Christian Deutzmann die Entscheidung des Union-Vorstandes. "Das wird eine Lösung für maximal vier Wochen sein, denn der neue Trainer soll nicht nur ein stimmiges Konzept mitbringen, sondern auch schon in die Planung für die kommende Saison eingebunden werden." Er selber, so der Geschäftsführer, werde Dresen auf dem Platz bei der täglichen Trainingsarbeit unterstützen.

Christian Deutzmann betont, dass die Entscheidung für Jörg Dresen ein einstimmiger Beschluss des gesamten Vorstandes gewesen sei. Über mögliche Trainer-Kandidaten für die Zukunft hüllte sich Deutzmann zwar gestern noch in Schweigen, doch nach Informationen der Morgenpost sind Marek Lesniak, Frank Zilles, Antoine Hey, Manfred Dum sowie Holger Wortmann im Gespräch.

Jörg Dresen, aufgestiegen vom Betreuer zum Trainer, hat kein Problem mit seiner neuen Aufgabe. Er sei nah dran an der Mannschaft, habe ein sehr gutes Verhältnis zu den Spielern, einen B-Trainer-Schein — und er traue sich die Aufgabe durchaus zu. "Ich werde mir Julius Steegmann und Enrico Kowski zur Seite holen. Das sind die absoluten Führungsspieler in der Mannschaft. Wir werden das jetzt im Team regeln und durchziehen", so Dresen. Steegmann und Kowski hatten unmittelbar nach dem Rücktritt von Harald Becker und Eddy Malura angeboten, das Training zu übernehmen. Eine Lösung, die Dresen in letzter Konsequenz ablehnt: "Die Spieler sollen sich auf ihre Aufgabe konzentrieren. Die ist schon schwer genug."

Natürlich werde es Änderungen in der Mannschaft geben, erklärte Dresen gestern. Doch die werden sich erst im Laufe der Woche aufgrund der Trainingseindrücke ergeben. "Jetzt ist Herzblut gefragt. Wer in dieser Situation nicht mitzieht, der kann sofort gehen." Da er kein Träumer sei, habe er dem Vorstand empfohlen, für kommende Saison die Verbandsliga zu planen. "Wir werden jedoch alles dransetzen, die Klasse zu halten. Wenn es reicht, wäre es toll. Wenn nicht, dann hat es eben nicht gereicht. Aber dann haben wir wenigstens alles versucht und uns anständig aus der Oberliga verabschiedet."

Dass Christian Deutzmann empfiehlt, einen Wechsel auf der Torwartposition — Dennis Prostka für Tim Nixdorff — vorzunehmen, nimmt Dresen zur Kenntnis. "Aber die Entscheidung fälle ich — ich muss ja auch meinen Kopf dafür hinhalten." Grundsätzlich sieht Dresen das derzeitige Hauptproblem der Union nicht im Tor. "Das liegt ganz klar im Angriff. Wenn man aus vier Metern das leere Tor nicht trifft, dafür kann der Torwart doch nichts."

(RP)