Handball: Drei Gegentore in 26 Minuten

Handball : Drei Gegentore in 26 Minuten

Als einzige Handball-Mannschaft der Frauen-Regionalliga ist der HSV Gräfrath nach dem vierten Spieltag noch ohne Punktverlust. Gegen den unerwartet schwachen 1. FC Köln gewann der Spitzenreiter mit 28:16.

Auch ohne Annekatrin Brzoskowski als Spielerin hatte der HSV Gräfrath seine ersten drei Partien in der Handball-Regionalliga gewonnen. Gestern Nachmittag stand die Trainerin etwas unerwartet von Beginn an auf dem Feld, nachdem sie in den Vorwochen stets bemerkt hatte, dass sie gar nicht mehr aktiv ins Geschehen eingreifen müsse. „Eigentlich hatte ich auch gar nicht vor zu spielen – bis fünf Minuten vor Anpfiff“, erklärt Brzoskowski, die sich zusammen mit Co-Trainerin Silke Gnad darauf festgelegt hatte, welche Sechs im Angriff zum Einsatz kommen sollte. „Nur mit der Abwehr-Formation waren wir uns nicht im Klaren gewesen“, bis schließlich Silke Gnad die Eingebung hatte und ihre Trainerkollegin davon überzeugte, dass der 6:0-Deckungsverband mit Annekatrin Brzoskowski im Innenblock die beste Lösung sei.

Und tatsächlich. Der 1. FC Köln, eigentlich eine Mannschaft, die in der oberen Tabellenhälfte der Regionalliga anzusiedeln ist, biss sich an der kompakten, beweglichen Gräfrather Abwehr die Zähne aus. Die anfänglichen Mängel im eigenen Angriffsspiel der ersten zehn Minuten mit Stürmerfouls, Schrittfehlern und Pfostentreffern ließen die Solingerinnen mit ihrer Defensivleistung schnell vergessen. Die fünf Mitglieder des Kölner Fanclubs „Die ewig Treuen“ stellten irgendwann ihre Trommelschläge ein, als sie merkten, dass der Ball nach der 2:1-Führung aus der 8. Minute nicht mehr den Weg ins Tor der glänzend aufgelegten Keeperin Heike Guddas finden wollte.

Trommeln der Aufmunterung

Während Heike Guddas bis zur 26. Minute nur einen Ball mehr passieren lassen musste, warfen ihre Teamkolleginnen gegen die unerwartet schwachen Domstädterinnen einen Neun-Tore-Vorsprung heraus. Mit Friederike Kuhfuß’ Treffer zum 12:3 hatten Kölner Anhänger ihre erste Enttäuschung überwunden, und die Trommeln der Aufmunterung setzten wieder ein. Immerhin gelangen den Gästen in den dreieinhalb Minuten bis zur Halbzeit genau so viele Tore wie in den gut 26 Minuten zuvor (14:6).

Mit Beginn der zweiten Halbzeit war das Spiel nun ausgeglichener. Aber nicht etwa, weil sich die Kölnerinnen steigerten, sondern der HSV Gräfrath unkonzentrierter agierte als noch in den ersten 30 Minuten. Gegen die nun offensive 5:1-Deckung häuften sich die Fehler, die allerdings nichts an dem ungefährdeten 26:18-Erfolg ändern konnten. Das Team spielte selbstbewusst genug. So setzte sich der HSV Gräfrath am vierten Spieltag mit seinem vierten Sieg alleine an die Tabellenspitze der Frauen-Regionalliga. Der bislang ebenfalls verlustpunktfreie TuS Nettelstedt hatte tags zuvor sein Heimspiel gegen die SG Knetterheide/Schötmar mit 21:25 verloren.

(RP)
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