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Handball: Die Sprungschanze wartet

Handball : Die Sprungschanze wartet

Während die Teamkollegen des Handball-Zweitligisten Bergischer HC noch ihre letzten trainingsfreien Tage genießen, bolzt Kristian Nippes in Oberhof beim Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft Kondition.

Kristian Nippes hätte gerne auf Mallorca die Nacht zum Tage gemacht. Während jedoch seine Teamkollegen des Handball-Zweitligisten Bergischer HC die Saison auf der Balearen-Insel ausklingen ließen, lief der 19-Jährige durch die Wupperberge oder absolvierte in Vohwinkel alleine sein Krafttraining. Dabei war die Mannschaftstour so gebucht, dass Kristian Nippes nach der Rückkehr am Montag direkt nach Oberhof hätte durchstarten können, ohne eine Einheit des Lehrgangs der Junioren-Nationalmannschaft zu verpassen.

„Möglich wäre das gewesen“, sagt ein sichtlich geschaffter Kristian Nippes. Nach den Mallorca-Strapazen hätte sein Körper die folgenden Lehrgangs-Strapazen wohl kaum ausgehalten. In drei Einheiten pro Tag bolzt der erweiterte DHB-Kader nämlich Kondition auf ganz spezielle Art und Weise. „Darauf muss man sich gezielt vorbereiten, sonst ist es schwer, alle Tage durchzuhalten.“ Das Trainer-Duo Martin Heuberger und Wolfgang Sommerfeld nutzt dabei sämtliche örtliche Gegebenheiten, die der Wintersport-Ort in Thüringen zu bieten hat. Nach Bergläufen und -sprints weiß Kristian Nippes, dass die Hügel im Bergischen Land harmlos sind im Vergleich zu denen rund um Oberhof. Ein Zehn-Kilometer-Lauf auf der Tartanbahn steht ebenso auf dem Trainingsplan wie individuelles Kleingruppen-Training oder das ein oder andere Spiel untereinander. Vor der abschließenden Übung haben alle Junioren-Nationalspieler großen Respekt: Treppen laufen auf der Skisprung-Schanze. Auflockerung gab es, als sich die Spieler beim Schießen am Biathlon-Stand versuchen durften.

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Eigentlich hätten sich auch zwei weitere Akteure des Bergischen HC in dieser Woche quälen sollen. Sowohl Neuzugang Kevin Wendtland als auch Christian Hoße mussten ihre Teilnahme absagen. Wendtland war kurzfristig krank geworden, Hoße hatte nicht ein weiteres Mal das Entfernen von Muttermalen verschieben können. „Die Gesundheit geht vor“, sagt der Linksaußen, der sich nur zu gerne noch für eine Nominierung für die Junioren-Europameisterschaften in Rumänien (25. Juli bis 4. August) empfohlen hätte. Hoße hofft, dass die Tür noch nicht ganz zu ist. Eine kleine Nachrücker-Chance bleibt: Zumindest gehört er zu den 27 Spielern (darunter auch Henning Quade), für die ein Visum für Russland beantragt wurde, wo die Deutschen Anfang Juli zwei Testspiele bestreiten werden.

Kristian Nippes genießt indes jede freie Minute, die ihm zwischen den Trainingseinheiten zur Erholung bleiben und verbringt diese in einem der Sechs-Betten-Bungalows, in denen das Team in Oberhof untergebracht ist. „Letzten Endes macht man das gerne – man hat ja ein Ziel vor Augen.“ Der Rückraumspieler ist nur froh, dass er im Juni von seinem Vereinscoach Raimo Wilde frei bekommen habe, um sich auf das Nationalteam zu konzentrieren. Trainer anderer Klubs seien da anders und würden weniger Rücksicht auf die Belastung bei der EM-Vorbereitung nehmen.

(RP)