Handball : Die letzte Sekunde

Auch im dritten Spiel unter der Leitung des neuen Trainers Raimo Wilde konnte der Bergische HC keinen Sieg landen. Trotz großem Kampf mussten sich die Löwen in der Bayerhalle vor 1700 Zuschauern dem Zweitliga-Aufsteiger TV Korschenbroich mit 35:36 geschlagen geben.

Die Hallenuhr zeigte exakt 59:59 Minuten Spieldauer an, als die Schiedsrichter nach einem Foul von Sven Hertzberg an Jörn Ilper auf den Siebenmeter-Punkt zeigten. Der überragende Korschenbroicher David Breuer nutzte die Chance und verwandelte mit seinem insgesamt zwölften Treffer sicher zum am Ende glücklichen, doch nicht unverdienten 36:35-Erfolg seiner Mannschaft.

Während die Spieler des Aufsteigers anschließend zusammen mit ihren vielen mitgereisten Fans in der mit 1700 Besuchern gut gefüllten Bayerhalle ausgelassen ihren dritten Erfolg in Serie feierten, sah die Gemütslage bei den Bergischen Löwen ganz anders aus. „Wir hatten uns so viel vorgenommen. Wir wollten Korschenbroich aus der Halle fegen. Das ist uns aber nicht gelungen, vielmehr sind wir in Rückstand geraten und dann nervös geworden“, kommentierte Mathias Fuchs die Niederlage. „Es ist gut, dass wir jetzt Pause haben, um einmal Abstand zu gewinnen.“

Die Pause zum Jahreswechsel wird allerdings nicht so lange ausfallen, wie ursprünglich geplant. Gab Löwen-Trainer Raimo Wilde in der Pressekonferenz bekannt, dass die Vorbereitung auf die Rückrunde bereits am 7. Januar beginnen wird. „Denn wir haben ganz viel Arbeit.“ Allerdings war die Verkürzung der freien Tage für die Spieler bereits vor dem Anpfiff der Partie gegen Korschenbroich eine beschlossene Sache.

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Auch Wilde war die Enttäuschung deutlich anzumerken. „Jetzt ist eingetreten, was wir nicht wollten.“ Dass seine Mannschaft gegen Korschenbroich fast die gesamte Spielzeit einem Rückstand nachgelaufen war – dies allerdings mit „absolutem Herz“ (Wilde) – und sich am Ende für ihren Einsatz „nicht selber belohnt“ hatte, machte der neue BHC-Coach an zwei Punkten fest: Zu große Lücken in der Abwehr, so dass Gäste-Spieler oftmals am Kreis völlig frei stehend zum Wurf kamen, und zweitens, weil seine Mannschaft „die einfachen Tore“ nicht gemacht hatte.

BHC ohne Abwehr

„36 Gegentore zeigen doch deutlich, dass wir heute keine Abwehr hatten“, brachte es Youngster Christian Hoße auf den Punkt. Ihm, Kristian Nippes und Henning Quade war es zu verdanken gewesen, dass die Löwen die Partie in der zweiten Halbzeit überhaupt noch einmal offen gestalten, ja sogar kurzzeitig in Führung gehen konnten. Wofür es von Wilde auch ein dickes Lob gab. „Ich hatte nach der Halbzeit den Mut, die jungen Spieler zu bringen und die Jungs haben toll gefightet und es zurück gegeben.“ Überragend auf Korschenbroicher Seite spielten zwei ehemalige Solinger: Torhüter Patrick Leclaire und Rechtsaußen Matthias Deppisch (8 Tore).

(RP)