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Volleyball: Die gefürchtete Wand

Volleyball : Die gefürchtete Wand

Ohne taktische Alternativen war die Niederlage der TSG Volleys im Zweitliga-Spitzenspiel gegen die ABC Titans Bergisch Land programmiert. Trotzdem holten die Solinger einen Satz gegen favorisierten Lokalrivalen.

Im Nachhinein hat sich Helmut Weissenbach geärgert, dass er nicht vor der Saison der Verlegung des Zweitliga-Derbys gegen die ABC Titans Bergisch Land zugestimmt hatte. "Mitte Januar wären wir auch nicht komplett gewesen, aber zumindest vollzähliger als jetzt." Der Coach der TSG Volleys war nur froh, dass Stefan Windscheif wenige Stunden vor dem ersten Aufschlag rechtzeitig von seinem Beachvolleyball-Trainingslager aus der Türkei zurückgekehrt war.

Ohne den braun gebrannten Leistungsträger wäre die prestigeträchtige Partie wohl eine einseitige Angelegenheit geworden. Neben den Start-Sieben (inklusive Libero Tobias Fuchs) stand lediglich Mats Gerhard als Ersatzspieler parat. Für den äußersten Notfall hielten sich die Landesliga-Akteure Niko Kurth und Lukas Elkemann bereit. "Eine tiefere Bank mit Villalpando, Stark und Wernitz hätte uns gut getan". So hatte Helmut Weissenbach keinen taktischen Spielraum.

Trotzdem sah es in der Anfangsphase des dritten Satzes so aus, als ob die Solinger mehr als nur Anerkennung für eine gute Leistung mitnehmen könnten. Weßel, Staab und Co. hinterließen eine derart lockeren, aber gleichzeitig zielstrebigen Eindruck, so dass ihnen ähnlich viel gelang wie im mit 25:23 gewonnenen Durchgang zuvor. Als die Partie bei einer 8:5-Führung zur ersten Technischen Auszeit unterbrochen wurde, verriet die Körpersprache der Wuppertaler mangelndes Vertrauen in das eigene Tun.

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Paroli geboten im zweiten Satz

"In Anbetracht der personellen Gegebenheiten war es fantastisch, dass wir im zweiten Satz so gut Paroli bieten konnten", bilanzierte Helmut Weissenbach zufrieden. Das galt auch für den ersten Abschnitt, in dem die Volleys viele gute Szenen hatten, aber gegen das nahezu fehlerfreie Angriffsspiel ihrer Gegenüber nicht ankamen. "Man muss neidlos anerkennen, dass sie in dieser Phase auf einem Top-Niveau gespielt und glänzend aufgeschlagen haben. Das konnten sie jedoch kaum konstant halten."

Wie verwandelt präsentierte sich der Favorit nach Wiederaufnahme des Spiels im dritten Satz. Auf einmal spielten die Wuppertaler derart dominant, dass sie mehrfach ihre in der Zweiten Liga gefürchtete "Wand" stellen konnten. Weil die Annahme auf Solinger Seite nicht mehr präzise gelang, blieben die Versuche von Oliver Staab, Marten Weßel oder Thomas Güßgen immer häufiger im Block hängen.

Es war bezeichnend, dass Oliver Staab den Satzball zum 15:25 ausgerechnet in den Dreier-Block der Titans setzte. Im vierten Satz wurde der Widerstand noch weniger. "Die Wuppertaler haben den Größenvorteil und ihre bessere Physis gezielt ausgespielt." Auch wenn die Niederlage einkalkuliert war, geärgert haben sich die Solinger trotzdem.

(RP)