Baseball: Die fast perfekte Show von Chris Mezger

Baseball : Die fast perfekte Show von Chris Mezger

Mit einem 3:0-Erfolg gegen die Haar Disciples sind die Alligators letztlich überzeugend ins Playoff-Halbfinale eingezogen. Beim sehr glücklichen 6:5-Sieg im ersten Spiel hatten die Solinger Baseballer allerdings längst nicht so stark ausgesehen.

Es ist der Traum eines jeden Pitchers: ein Mal im Leben ein "Perfect Game" werfen. In der Baseball-Bundesliga ist dieses Kunststück über eine komplette Begegnung von neun Durchgängen bisher nur Enorbel Marquez Ramirez gelungen. Der geborne Kubaner ließ am 25. Mai 2008 keinen einzigen Spieler der Bonn Capitals auf die erste Base kommen. Eine solche Leistung ist so dermaßen selten, dass sie in der mehr als 140-jährigen Geschichte der Major League Baseball (MLB) nur 23 Pitcher geschafft haben.

Chris Mezger von den Solingen Alligators warf gegen die Haar Disciples nicht das zweite perfekte Spiel der Baseball-Bundesliga. Doch er war im vierten Spiel der Viertelfinal-Serie nur ganz kurz davon entfernt. Der US-Amerikaner präsentierte sich so dominant, wie es sonst - wenn überhaupt - nur gegen die schwächsten Konkurrenten zu sehen ist. Die starke Offensive der Haar Disciples wirkte harmlos gegen Chris Mezger auf dem Wurfhügel. Der 2,10 Meter große Baseballer überragte nicht nur auf Grund seiner Statur alle.

Mezger benötigte für das komplette Spiel über neun Durchgänge 98 Würfe, schickte 13 Spieler der Haar Discpiples per Strike-out zurück auf die Bank und erlaubte sich nicht ein Mal einen gegnerischen Freilauf auf die erste Base. Von der Perfektion trennte ihn nur der Schlag von Bruno Aurnhammer im sechsten Abschnitt. Der Disciples-Baseballer schlug den Ball auf den Boden, und die Kugel fand den Weg durch das Infield - Baseballer sagen, der Ball habe Augen gehabt. "Es ist ein bisschen ärgerlich, denn hart geschlagen war er ja nicht gerade", sagt Trainer Norman Eberhardt.

Chris Mezger sieht es locker: "Sowas passiert im Baseball eben. Trotzdem war es einer dieser Tage, an denen einfach alles bei mir funktioniert hat". Zufrieden war der 25-Jährige auch mit der Defensive, die hinter ihm stand. "Harry Glynne und ich fragen uns immer vor dem Spiel, wer die bessere Unterstützung bekommen wird. Heute war ich es ganz deutlich."

Die Vorstellung auf dem Wurfhügel alleine genügte den Alligators freilich nicht zum Sieg im vierten Spiel der Serie. Gabriel Sandersius hatte am vergangenen Wochenende bereits für die Disciples auf dem Wurfhügel gestanden und eine starke Leistung gezeigt. Auch diesmal taten sich die Alligators schwer. Im zweiten Durchgang kam Markus Stryczek durch einen gegnerischen Feldspielfehler auf Base und profitierte danach von einem wilden Pitch Sandersius' an seinem Catcher vorbei. Die Szene war chaotisch, als der Pitcher versucht, Stryczek an der zweiten Base auszumachen und der Solinger Richtung dritte rennt. Die Münchener verlieren den Ball, und der Alligators-Outfielder läuft den gesamten Weg zum 1:0 nach Hause zur Home-Plate.

Der Punkt hätte Chris Mezger wohl schon genügt. Robin Drache erhöhte im fünften Durchgang mit einem Treffer zum 2:0. Kurz vor Schluss erzielte Daniel Sanchez den Endstand. "Mit einer solchen Leistung gewinnt man Meisterschaften", meint Trainer Eberhardt - nur in Bezug auf dieses Spiel. Das erste Duell war schließlich schwach.

(trd)