Der Traum ist zerplatzt

Die gesamte Regionalliga-Saison stand der STC Blau-Weiß verlustpunktfrei an der Tabellenspitze. Im Endspiel um den Zweitliga-Aufstieg beim Verfolger 1. BC Düren war der Gastgeber vor großer Kulisse eine Nummer zu groß.

Sie waren mit einer gehörigen Portion Zuversicht zum Endspiel der Badminton-Regionalliga angereist. Am Ende stand für den STC Blau-Weiß Solingen die bittere Ernüchterung, dass es mit der gezeigten Leistung noch nicht für den Zweitliga-Aufstieg gereicht hat. Bezeichnend für die Gemütslage unmittelbar nach dem letzten Match war die Frustration des in der Nähe der Spielerbank auf dem Boden liegendenden Blagovest Kisyovs. Gerade erst von der Mannschafts-Europameisterschaft aus Liverpool zurückgekehrt, hatte der Bulgare nicht nur in seinem gewonnenen Einzel alles gegeben, sondern auch seine Mitspieler vorbildlich unterstützt.

Irgendwie war man in Düren den Blau-Weißen einen Schritt weiter voraus gewesen. "Die Fans sind Bundesliga. Die Stimmung ist Bundesliga. Ihr werdet Bundesliga" – mit diesem Transparent waren die Solinger als Spitzenreiter in der Sporthalle der Nelly-Pütz-Schule empfangen worden. Und wahrlich zeigte nicht nur der Dürener Fanclub mit Trommeln und Anfeuerungsgesängen, dass der Verfolger schon zweitklassig ist. Rund 400 Zuschauer, die ganz eng an beiden Spielfeldern saßen, gaben diesem Endspiel einen würdigen Rahmen.

Der Spielklasse weit enteilt

Und was von den Akteuren des Gastgebers geboten wurde, war dieser Spielklasse schon weit enteilt. Als Oliver Pongratz im Entscheidungssatz des Spitzeneinzels bei einem 17:20-Rückstand seinen Aufschlag ins Aus beförderte, brachen alle Dämme. Sein Widerpart Matthieu Pohl sank wie vom Blitz getroffen zu Boden und konnte sein Glück kaum fassen. Düren war mit 5:1 in Führung gegangen und hatte den Aufstieg in die Zweite Bundesliga perfekt gemacht.

Das parallel laufende zweite Einzel von Blagovest Kisyov gegen Thomas Staczan musste minutenlang wegen der anhaltenden Jubelfeier unterbrochen werden. Als die Partie wieder aufgenommen werden konnte, stellte der Bulgare mit dem zweiten STC-Sieg den 2:6-Endstand her. Auf die Austragung des abschließenden bedeutungslosen Mixed verzichteten die enttäuschten Solinger.

Ausgerechnet an diesem Final-Wochenende hatten einige Blau-Weißen nicht zu ihrer Form gefunden. So hatte es am Samstag nur ein 4:4-Remis gegen den FC Langenfeld II gegeben. "Als unsere Herren die Aufstellung der Langenfelder gesehen haben, war für sie das Remis besiegelt", bemängelte die Senioren-Europameisterin Cornelia Ern, die ebenso wie Kerstin Wenk in der Rückrunde für die an der Schulter operierte Sabrina Wessel eingesprungen war.

Und gestern wollte der Funke gleich zu Beginn nicht überspringen. Düren ging mit 4:0 in Führung. Die drei Auftaktdoppel, wobei nur Pongratz/Kisyov eine Siegchance hatten, sowie das dritte Einzel von Raoul Melzner gingen verloren. Wach gerüttelt, als scheinbar schon alles verloren schien, wurden die 50 Solinger Anhänger durch die parallel laufenden Einzel von Popstoykova und Pongratz. Frenetisch vorangetrieben von Kisyov gewann seine Landsfrau. Pongratz verlor in einem hochklassigen Match. Die Meister-Shirts – mit dem Schriftzug "Regionalliga-Demontierer" – aber durften die Dürener nach Pongratz' Niederlage auspacken und überstreifen.

(RP)