Tennis: Der Tenniszirkus hat ihn kaum gereizt

Tennis : Der Tenniszirkus hat ihn kaum gereizt

Patrick Elias hat das U21-Turnier "Best of Juniors" des Solinger TC ohne Satzverlust gewonnen. Der Tennisspieler genießt es, für den STC in der Zweiten Liga zu spielen, hat sich aber früh gegen eine professionelle Karriere entschieden.

Tennis stand bei Patrick Elias immer auf der Tagesordnung. Sein Vater Luis arbeitet als Trainer, seine Mutter Karina hat sogar beim Fed Cup für Peru gespielt. "Da war es klar, dass der Traum Profi zu werden, immer gegenwärtig war", erläutert der 21-Jährige. Doch trotz aller guter Prognosen und Erfolge, wie dem Gewinn der Deutschen Junioren-Meisterschaft, hat sich der Sportler kurz vor seinem zwanzigsten Geburtstag dagegen entschieden. "Es hat mich irgendwie dann doch nicht so recht ausgefüllt, von Turnier zu Turnier zu reisen, um am bitteren Ende vielleicht dann gerade meine Kosten gedeckt zu haben." So entschied sich Elias für einen anderen Weg.

Im Taunus eröffnete der geborene Meerbuscher eine Tennisschule und holt derzeit sein Abitur nach. "Langfristig ist es mein Ziel, auch noch ein Fitnessstudio zu gründen und irgendwann mit einer Sportfirma im Dienstleistungsbereich mein Geld zu verdienen", erläutert Elias. Nicht selten muss er sich immer noch anhören, wie viel Potenzial in ihm steckt. "Das nervt manchmal sogar", sagt Elias zwinkernd. "Weil für mich die Entscheidung einfach gefallen ist." Trotzdem möchte der Spieler des Solinger TC auch auf dem Platz aktiv bleiben. Eine gute Gelegenheit dafür ist neben der Liga-Saison auch die Teilnahme an Preisgeldturnieren.

So nutzte Patrick Elias die Gelegenheit und spielte bei der U21- Konkurrenz des "Best of Juniors"-Turniers auf der Widderter Anlage mit. "Leider konnte Johann Willems krankheitsbedingt nicht spielen. Er wäre eine Hürde gewesen", sagt der Sportler. So war der Weg ins Finale nicht so schwer. Drei klare Siege, unter anderem gegen Vereinskollege Karlson Wegner, standen zu Buche. Im Endspiel traf der STC-Neuzugang dann auf den aus Widdert nach Hilden gewechselten Nico Mertens. "Ich habe mich schon favorisiert gesehen", sagt Elias. "Aber dass es dann zwei glatte Sätze werden, hatte ich doch nicht erwartet." 6:1 und 6:1 gewann er und strich ein Preisgeld von 400 Euro ein.

Nervlich beanspruchender waren bisher die Spiele in der 2. Bundesliga-Nord. Mit der Bilanz von drei Siegen und zwei Niederlagen ist die Nummer Sechs der Solinger Setzliste bisher nur bedingt zufrieden. "Wenn das Spiel gegen den Oldenburger TeV nicht gewesen wäre, wäre alles in Ordnung", erläutert der STC-Spieler. Gegen Matjaz Jurman lag er bereits 6:2 und 4:2 vorne. "Und als dann plötzlich nach Beendigung der parallel laufenden Matches viele Zuschauer zu mir hoch kamen, bin ich nervös geworden. Das darf mir auf keinen Fall passieren." Die Partie ging im Champions-Tiebreak verloren. "Ich war so frustriert, dass ich danach einen Schläger zertrümmert habe." Inzwischen hat sich Patrick Elias wieder beruhigt, so dass er optimistisch ins letzte Zweitliga-Wochenende blickt. Gegen Schlusslicht RTHC Leverkusen sind die Solinger Favorit. Beim TC Blau-Weiß Berlin ist alles offen. "Wenn uns die Saison eins gelehrt hat, dann, dass jeder jeden schlagen kann." Die hart umkämpften Partien hat der STC bisher meist gewonnen. "Aber am letzten Spieltag haben wir gesehen, dass auch wir Pech haben können."

Obwohl Richtung Auf- und Abstieg für die Widderter nichts mehr geht, ist die Motivation weiter hoch. "Es steckt in jedem Sportler, das Maximum herauszuholen", meint Elias. "Außerdem wollen wir uns als Zweitplatzierter die Chance erhalten, vielleicht am Grünen Tisch noch aufsteigen zu können." Ob ihn das auch betrifft? "Ich spiele zwar in meiner ersten Saison für die Solinger, fühle mich in dem Club aber so wohl, dass es mir vorkommt, wie die fünfte."

(trd)
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