Der Solinger André Hughes soll noch einmal für das Nationalteam auflaufen.

Baseball-All-Star-Game in Solingen: Hughes liebäugelt mit einem Comeback

Zum vierten Mal in Folge verlieren die Allstars der Baseball-Bundesliga gegen Deutschland.

2014 hat das Allstar-Game der Baseball-Bundesliga zum letzten Mal am Weyersberg stattgefunden. Damals gewann die Auswahlmannschaft aus dem Oberhaus gegen die deutsche Nationalmannschaft mit 10:9. Es war der bislang letzte Sieg der Allstars. Am Sonntagnachmittag blieb Team Deutschland zum vierten Mal in Serie erfolgreich. Eric Harms von den Regensburg Legionären erzielte den entscheidenden Homerun zum 4:2-Erfolg im siebten Durchgang.

„Klar soll beim Allstar-Game jeder zum Einsatz kommen“, meinte Bundestrainer Martin Helmig vor dem ersten Wurf der Partie. „Aber für uns ist es auch ein Testspiel, in dem sich jeder zeigen möchte, das wir aber natürlich auch gewinnen wollen.“ Der Fokus des Nationalcoachs liegt in diesen Tagen auf der Haarlem Baseball-Week in den Niederlanden, an der die Mannschaft ab Freitag zum ersten Mal teilnimmt. Zu gerne hätte er nicht nur für dieses Turnier einen ehemaligen Alligators-Routinier im Kader. André Hughes ließ sich von Helmig kurzfristig überzeugen, am Weyersberg noch einmal das Nationaltrikot überzustreifen. „Er ist für Spezialsituationen als Linkshänder mit seinen langsamen Würfen eine super Verstärkung für uns“, betonte der Bundestrainer.

Hughes, der eigentlich vor dieser Saison aufgehört hatte, von den Heidenheim Heideköpfen aber bereits während der Spielzeit für den Champions-Cup reaktiviert wurde, weiß noch nicht, ob es wirklich zum Comeback kommt. „Ich habe aufgehört, um mehr Zeit für die Familie zu haben“, sagt der 33-Jährige. „Das werden wir schon bald zusammen entscheiden.“

Auf dem Wurfhügel sah Hughes im Allstar-Game dann aus, als wäre er nie weg gewesen. Vier Aus gelangen dem Linkshänder in Folge. Dann wechselte ihn Helmig unter einem Sonderapplaus der etwa 500 Zuschauer aus.

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„Ich soll jetzt schon am Freitag mit nach Haarlem fahren und dann auch bei der Europameisterschaft 2019 im eigenen Land dabei sein“, so Hughes. Dafür müsste der Werfer freilich wieder anfangen, regelmäßig in der Bundesliga zu spielen. „Wenn ich das mache, dann auf jeden Fall in Solingen“, stellt er klar. Und Hughes macht den Eindruck, dass er die Idee eigentlich ganz nett findet. „Die EM wäre schon ein sehr schöner Abschluss.“

Von den Alligators waren außerdem Wayne Ough als Trainer sowie Wilson Lee und Daniel Sanchez dabei. Während Letzterer defensiv hervorragend spielte, blieb er am Schlag glücklos. Lee erreichte in der Partie die erste Base und ersprintete wenig später die 2:1-Führung für die Bundesliga-Auswahl. Seinen stärksten Moment hatte der Australier aber im vorausgegangenen Homerun-Derby. In 90 Sekunden schlug der 26-Jährige die Kugel siebenmal über den Außenfeldzaun – so oft wie kein anderer in der ersten Runde.

Im Finale jedoch musste er sich Gary Owens von den Heidenheim Heideköpfen geschlagen geben. Der US-Amerikaner donnerte den Ball in zwei Minuten zehnmal unfangbar Richtung Mittagssonne. Maik Ehmcke (Paderborn) und Lee reihten sich mit sechs beziehungsweise vier Homeruns dahinter ein.

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