Fußball: Der Pfiff zur falschen Zeit

Fußball : Der Pfiff zur falschen Zeit

Ein Unentschieden wäre verdient gewesen, waren sich die Trainer beider Mannschaften nach dem Abpfiff der Oberliga-Partie einig. Doch aufgrund drei verschlafener Minuten verlor Union Solingen beim 1. FC Kleve mit 2:3.

Der Schiedsrichter hatte genau zum falschen Zeitpunkt zur Halbzeitpause gepfiffen. Aus Solinger Sicht jedenfalls. Denn in den Minuten vor dem Pfiff zum Seitenwechsel hatte die Union die Oberliga-Partie gegen den 1. FC Kleve klar bestimmt und durch Erkan Ari den 0:1-Rückstand ausgeglichen.

Dabei hatten die Zuschauer im Stadion Bresserberg den Solinger Offensivspieler in den 38 Minuten vor seinem Treffer kaum zu Sehen bekommen. Sogar Tim Nixdorff zwischen Pfosten hatte aufgrund zahlreicher Rückpässe seiner Mitspieler mehr Ballkontakte mit dem Fuß als Erkan Ari. Doch in der 39. Minute konnte der 19-Jährige schließlich nicht mehr übersehen werden, denn nach einem Pass von Michael Kyei traf er aus fünf Metern zum 1:1. Sekunden später war Ari wieder verschwunden – und zwar zwischen feiernden Union-Fans.

Wieder ein früher Rückstand

Dabei hatte es zu Beginn für den Tabellenvorletzten gar nicht gut ausgesehen. Wieder mal waren die Solinger früh in Rückstand geraten (7.). Luciano Velardi hatte auf der linken Seite perfekt die Lücke in der Union-Viererkette gefunden, Lutz Pastoors legte quer auf Sören Seibel, der nur noch einschieben musste. Danach stellte Kleve das Spielen ein, die Union wurde langsam besser. Doch es passte noch nicht alles zusammen: Kyei stand drei Mal im Abseits, eine Flanke von Thomas Hüpper fand keinen Abnehmer, und Adnan Gashi verzettelte sich in ein unnützes Dribbling.

Die beste Chance dann von Erkan Ari (37.), der jedoch aus sieben Metern den Ball nicht richtig getroffen hatte, ehe der verdiente Ausgleich fiel. „Wir waren einem weiteren Tor näher als Kleve“, beschreibt Union-Trainer Harald Becker die letzten Minuten aus Halbzeit eins. Doch dann kam dummerweise der Pausenpfiff dazwischen.

Am besten hätte Schiedsrichter Marco Probst die Partie gar nicht erst wieder angepfiffen, denn dann wäre die Union wenigstens mit einem Zähler nach Solingen zurückgekehrt. So wurden es aufgrund drei verschlafener Minuten null Punkte. Bereits eine Minute nach der Pause erzielte Velardi per Freistoß nahe der Seitenlinie aus 30 Metern den Führungstreffer. Nachdem der Ball – von einigen Sturmböhen erfasst – ewig unterwegs war, tippte er fünf Meter vor dem Solinger Kasten auf und landete schließlich im Winkel. Auch wenn Nixdorff in dieser Situation nicht gut aussah, war er nahezu ohne Chance. Nur zwei Minuten später tauchte Jürgen Heinrichs vor der Solinger Nummer eins auf und erzielte das 3:1.

Doch die Union zeigte sich keineswegs geschockt. Berkan Yilderim setzte seinen Fernschuss ans Lattenkreuz (51.), die Trainer stellten um. Richard Osei kam für Thomas Hüpper, aus der Vierer- wurde eine Dreierkette. Die Folge: Nach einer Flanke von Michael Kyei erzielte Michele Fasanelli per Flugkopfball den Anschlusstreffer (68.). Ein weiterer Treffer sollte jedoch nicht mehr folgen. „Unter dem Strich wäre ein Unentschieden verdient gewesen“, bilanzierte Becker. Bemerkenswert noch die erste und einzige Gelbe Karte der Partie – in der 86. Minute für Lutz Pastoors.

(RP)
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