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Volleyball: Der Liga-Alltag holt die Volleys wieder ein

Volleyball : Der Liga-Alltag holt die Volleys wieder ein

Nach dem Pokalknüller gegen Rekordmeister Friedrichshafen geht es morgen zu Aufsteiger Aligse.

"Ich hatte schon ein bisschen Bedenken vor dem Spiel", sagt Bernd Werscheck, Trainer der Solingen Volleys, und blickt auf den Pokal-Kracher gegen den VfB Friedrichshafen am Dienstagabend zurück. "Mit so einer jungen Mannschaft kann so ein Spiel auch ganz anders ausgehen." Ging es aber nicht. Seine Mannschaft war dem Rekordmeister vor einer tollen Kulisse trotz der schlussendlichen 0:3-Niederlage ebenbürtig, hätte sogar mindestens einen Satz holen können.

"Das ist aber Vergangenheit, jetzt schauen wir in die Zukunft", sagt der Headcoach. Und die heißt: SF Aligse (morgen, 20 Uhr) in der Zweiten Liga. Der Verein aus dem 1700-Einwohner-Dorf ganz in der Nähe von Hannover ist gerade erst aufgestiegen, steht aber punktgleich mit den drittplatzierten Volleys auf dem vierten Rang. Gespielt wird im drei Kilometer entfernten Lehrte. "Da ist richtig was los. 500 Zuschauer feuern ihr Team in der Regel an", sagt Werscheck, der sich auf die Aufgabe freut: "Das wird unser spannendster Auswärtsgegner."

Nicht nur die volle Halle, auch die Spielweise wird eine Herausforderung für die junge Solinger Mannschaft werden. "Die spielen einen ganz unkonventionellen Volleyball und wilde Pässe", sagt der 53-Jährige, der sein Team irgendwie auf dieses Konzept einstellen muss - ebenso wie auf die Tatsache, dass nach dem Spiel des Jahres nun ein Aufsteiger auf Oliver Gies, Huib den Boer und Co. wartet. "Wir waren von unseren vielen Heimspielen natürlich verwöhnt", sagt Werscheck. Sowohl im Pokal als auch in der Liga wurden Siege gegen die jungen Talente aus Frankfurt sowie den Tabellenführer VC Bitterfeld-Wolfen eingefahren. Und jetzt wartet ein vermeintlich leichterer Gegner. "Das wird etwas ganz anderes, und ich bin gespannt, wie wir uns schlagen werden. Jetzt können wir zeigen, wie gut wir sind." Der Trainer geht aber davon aus, dass seine Spieler topmotiviert in die Partie gehen: "Die Jungs haben einen hohen Anspruch an sich. Sie wollen natürlich gewinnen, um sich in der Spitzengruppe festzusetzen."

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Ganz in der Nähe von Aligse befindet sich derzeit das Beach-Ass der Volleys, Alexander Walkenhorst - in einer Bundeswehr-Kaserne in Hannover. Trotzdem wird er seiner Mannschaft morgen Abend höchstwahrscheinlich nicht helfen können. Wegen eines achtwöchigen Lehrgangs hatte er auch schon gegen Friedrichshafen gefehlt. Christian Gosmann hingegen war am Dienstag dabei. Der Außenangreifer war der beste Mann auf dem Feld. Er plagt sich derzeit aber mit Schulterschmerzen herum. "Er hat einfach zu fest geschlagen", sagt sein Trainer, der aber davon ausgeht, dass Gosmann spielen kann.

Und dann blickt Werscheck doch noch ein letztes Mal auf den rundum überzeugenden Pokal-Auftritt vor 600 begeisterten Zuschauern in der Wittkulle zurück: Das Spiel habe gezeigt, dass die Region ein Volleyball-Aushängeschild gebrauchen könne. "Außerdem müssen wir keine Angst vor der Ersten Liga haben. So groß ist der Unterschied gar nicht."

(sbi)