Aktion der Letzten Generation: Flugverkehr in Frankfurt wegen Klimaaktivisten eingestellt
EILMELDUNG
Aktion der Letzten Generation: Flugverkehr in Frankfurt wegen Klimaaktivisten eingestellt

Fußball Der letzte Auftritt

Nach der 1:6-Klatsche der Union beim Bonner SC zogen Harald Becker und Eddy Malura die Konsequenzen aus den schwachen Auftritt ihrer Mannschaft. Beide Trainer des Fußball-Oberligisten verkündeten keine Stunde nach dem Schlusspfiff im Nordpark ihre Rücktritte.

„Es kann nicht sein, dass die Trainer motivierter sind als die Spieler“, erklärte Harald Becker nach dem 1:6 in Bonn. Da war die Entscheidung des Trainers des Fußball-Bezirksligisten bereits getroffen. Wie Becker hatte auch sein Kollege an der Seitenlinie, Eddy Malura, die Konsequenzen aus der Situation im Verein sowie der beiden jüngsten Auftritte ihrer Spieler gegen Düren und Bonn gezogen: Beide sind zurückgetreten. „Es tut mir in der Seele weh: Aber in der Situation, in der sich der Klub befindet, muss ein Zeichen gesetzt werden. Da es der Vorstand nicht setzt, vielleicht nicht setzen kann, haben wir Trainer das jetzt übernommen“, erklärte Becker. „Ich wäre sogar mit dem Verein in die Verbandsliga abgestiegen, aber wir konnten in keine Richtung planen. Und zum Sündenbock möchte ich mich nicht machen lassen“, so Becker.

„Schläge ins Gesicht“

Als „Schläge ins Gesicht“ haben Becker und Malura die Auftritte ihrer Mannschaft gegen Düren und gestern in Bonn empfunden. „Ich habe den Eindruck, dass wir jetzt bei Null wieder anfangen müssten. Und die Kraft haben wir nicht mehr“, sagt Eddy Malura. „Der Akku ist leer. Es geht nicht mehr“, ergänzte Becker. Die Entscheidung, ihre Ämter zur Verfügung zu stellen, wurde sicher auch von den gestrigen Ergebnissen auf den anderen Oberliga-Plätzen beeinflusst. Homberg konnte in Straelen, Bocholt gegen Velbert gewinnen. Die Aussichten auf den Klassenerhalt sind für die Solinger, die in Bonn zeitweise bereits deutliche Auflösungerscheinungen zeigten, damit auf ein Minimum geschrumpft.

„Enrico Kowski und Julius Steegmann haben angeboten, uns in dieser Situation zu helfen – also das Training zu leiten, bis eine Entscheidung über die Nachfolge von Harald Becker und Eddy Malura gefallen ist“, erklärte Geschäftsführer Christian Deutzmann. Wobei der Vorstand gestern Abend im Ohligser Stadion nicht gemeinsam die Situation beraten konnte. „Vorsitzender Uwe Stamm ist zur Zeit telefonisch nicht zu erreichen. Wir werden aber versuchen, ihn zu informieren.“ Der Geschäftsführer betonte, dass der Vorstand bereits „diverse vorhandene Möglichkeiten“ diskutiert habe. „Eine Entscheidung fällt jedoch erst am Montag“, so Deutzmann.

„Klassenerhalt bleibt möglich“

Den Klassenerhalt möchte Christian Deutzmann noch nicht abschreiben: „So lange es rechnerisch möglich ist, werden wir weiter alles dransetzen, die Oberliga zu halten.“ Auch Julius Steegmann sieht die Mannschaft noch lange nicht in der Verbandsliga: „Der Klassenerhalt ist möglich. Alle Spieler haben nach dem Rücktritt der Trainer noch einmal versichert mitziehen zu wollen.“ Der Union-Kapitän ist überzeugt, dass der Rücktritt von Becker und Malura von allen Spielern als ein Signal verstanden wird: „Keiner von uns will absteigen – jetzt erst recht nicht. Wir wussten doch, worauf wir uns hier einlassen.“

anstoss

(RP)