Volleyball: Der längste Satz in der Volleys-Vereinsgeschichte

Volleyball: Der längste Satz in der Volleys-Vereinsgeschichte

Solingen Volleys – Netzhoppers KW-Bestensee 1:2 (39:41, 21:25, 28:26, 21:25). Die Vorfreude auf das Gastspiel des Zweitliga-Meisters und designierten Aufsteigers war groß gewesen. Die Solingen Volleys hatten in der Vorwoche mit zwei Siegen Selbstvertrauen getankt, zudem hatte sich der zuletzt mit einem Bruch des kleinen Fingers außer Gefecht gesetzte Christian Gosmann im Training zurückgemeldet.

Solingen Volleys — Netzhoppers KW-Bestensee 1:2 (39:41, 21:25, 28:26, 21:25). Die Vorfreude auf das Gastspiel des Zweitliga-Meisters und designierten Aufsteigers war groß gewesen. Die Solingen Volleys hatten in der Vorwoche mit zwei Siegen Selbstvertrauen getankt, zudem hatte sich der zuletzt mit einem Bruch des kleinen Fingers außer Gefecht gesetzte Christian Gosmann im Training zurückgemeldet.

Dann aber trudelte am Freitag die Nachricht ein, dass die Mannschaft von Trainer Stefan Hübner ihre in Frankfurt und Schüttorf so souverän erspielten Punkte wieder aberkannt bekommt. Der Einsatz des reaktivierten Oliver Schmäschke sei nicht regelkonform gewesen, hieß es in der Erklärung der Spielleitung. "Wir sind sehr verwundert über die Entscheidung", sagte Helmut Weissenbach. Aufgrund unterschiedlicher Regelungen in den Ausschreibungen des Landesverbandes und der Bundesligen hatte der Sportliche Leiter eine Nachfrage bei der Spielleiterin gestellt. "Die Aussage, Oliver Schmäschke könne sich über die unterklassige Mannschaft hochspielen, haben wir zum Anlass genommen, ihn einzusetzen." Einen zusätzlichen bitteren Beigeschmack bekommt der Sechs-Punkte-Abzug dadurch, dass die Entscheidung am Grünen Tisch nicht schon nach Schmäschkes Debüt getroffen worden war. Der Außenangreifer war schon vor zwei Wochen gegen den TSV Giesen / Hildesheim eingesetzt worden. Das allerdings hatten die Volleys in drei Sätzen verloren.

Ins Zweitliga-Topspiel gegen die Netzhoppers-KW Bestensee durfte Oliver Schmäschke somit nicht mehr eingreifen. Es war nicht der einzige Ausfall, auf den Stefan Hübner gestern Nachmittag reagieren musste. Weil Henning Wegter mit Fieber das Bett hüten musste und Thomas Güßgen aus privaten Gründen verhindert war, rückte Oliver Staab als Mittelblocker neben Martin Kern ans Netz.

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Aller schlechten Vorzeichen zum Trotz lieferten sich die Solinger mit den ungeschlagenen Überfliegern ein mitreißendes Duell auf Augenhöhe, das die 350 Zuschauer von den Sitzen riss — ganz besonders im ersten Satz, dem längsten in der Volleys-Vereinsgeschichte. Das Team um den überragenden Daniel Wernitz hatte geduldig einen frühen Vier-Punkte-Rückstand (9:13) egalisiert und war ab dem 14:14 immer in Schlagweite. Die Berliner legten einen Punkt vor, die Solinger holten sich jedes Mal umgehend das Aufschlagrecht zurück. Das ging ewig so. Das erste Mal holte sich der Tabellendritte beim 33:32 die Führung, im weiteren Verlauf blieben zwei weitere Satzbälle ungenutzt. Nach 42 Minuten verwandelten die Netzhoppers schließlich ihren 16. Satzball zum 41:39.

Das TSG-Prunkstück war der Annahmeriegel um Libero Julian Stuhlmann. Die Gäste konnten sich bei ihren Angaben aussuchen, wen sie wollten — eine Schwachstelle war nicht auszumachen. Reihenweise wurden schwerste Bälle im Spiel gehalten. Zum ganz großen Wurf hat es gegen die auf konstant hohem Niveau agierenden Berliner zwar nicht gereicht, eine kleine Belohnung für den couragierten Auftritt war zumindest der Gewinn des dritten Satzes (28:26).

(gra)